Hintergrund

Eine der aktivsten Schweizer Organisationen für die Rechte der Homosexuellen ist der Verein «Queerdom» aus Schaffhausen.

Schaffhausen ist eine gute Stadt für Homosexuelle. Das sagt Michael Läubli, der Präsident von Queerdom. «Das liegt wohl daran, dass der Einfluss der Kirche hier eher gering ist. In Schaffhausen hatten wir noch nie Probleme an unseren Aktionen, hingegen wurde ich in Luzern wie auch in St. Gallen – beides streng katholische Gebiete – arg beschimpft.»

Queerdom wurde 2008 unter anderem von Präsident Läubli und Pressesprecher Ronny Bien gegründet, nachdem die beiden fünf Jahre lang Szenepartys unter dem Namen « Schwöstere-Alaaarm» organisiert hatten. Der Verein sei einer der aktiveren in der Schweiz, wenn nicht sogar der aktivste, sagt Läubli.

Queerdom habe in seiner noch jungen Geschichte schon einiges Aufsehen erregen können in der Szene, meint er. Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und politischen Aktionen wie Unterschriftensammlungen – zuletzt für die Petition «Gleiche Chancen für alle Familien». «Auch in Schaffhausen braucht es Vereine wie uns, als Anlaufstelle für Probleme etwa, oder als Bindeglied zwischen den Mitgliedern und den verschiedenen Dachorganisationen», so Läubli.

Cathérine hat noch fast niemandem erzählt, dass sie auf Frauen steht. Ihre Eltern wissen noch nichts – für den Lappi hat sie sich geoutet.

Seit wann weisst du, dass du lesbisch bist?

Cathérine:  Wirklich klar ist mir das noch nicht so lange. Etwa seit drei Monaten. Da habe ich mich verliebt. Doch auch dann war es nicht sofort einfach klar. Ich habe lange überlegt, ob es wirklich so ist oder ob ich mir das nur einbilde. Ich hatte Zweifel, weil es einfach so plötzlich da war, das Gefühl. Zu Beginn machte ich mir sehr viele Gedanken.

Wie kommst du mit deinen Gefühlen klar?

Im Moment fühle ich mich total wohl und fände es auch schön, wenn mal etwas passieren würde, so richtig. Früher sind immer die Männer auf mich zugekommen. Das war irgendwie so normal. Und jetzt muss ich halt auch mal selber die Initiative ergreifen. Wie genau das geschehen soll, hecke ich zur Zeit mit einer Freundin aus.

Wer weiss alles davon?

Er ist ein talentierter Rapper, humorvoller Gesprächspartner und religiöser Heiler. Der 27-jährige Cyrille Huber alias «C-Real» polarisiert.

Ist man in Schaffhausens Gassen unterwegs, kann es durchaus sein, dass man von ihm angesprochen wird – vor allem, wenn man von Schmerzen geplagt wird. Er spüre oft, was einer Person fehle, sagt Cyrille Huber. Sei es ein schmerzender Arm, ein steifer Nacken oder ein Nierenleiden. Oft geht er dann auf sie zu, fragt, ob er für sie beten dürfe und gebietet dem Schmerz, zu verschwinden.

Er diskutiert viel und gerne, und das Gesprächsthema fällt bald auf Jesus. Auch heute, am Küchentisch einer Schaffhauser Altstadt-WG. Jesus ist Cyrilles Lebensinhalt.

Seine Kindheit sei nicht immer einfach gewesen, erzählt er. Er wurde als eines von acht Kindern in ein frommes Umfeld hineingeboren – das Schweizer Fernsehen strahlte vor ein paar Jahren ein Portrait über die Grossfamilie Huber aus. Als er noch klein war, zog die Familie nach Beggingen.

Norbert Neininger, der Verleger der «Schaffhauser Nachrichten», sieht sich mit Tele Blocher in einer Vorreiterrolle und hält die «Weltwoche» für eine gute Alternative «zur leider oft grassierenden Einheitsberichterstattung». Das gescheiterte Lappi-Streitgespräch mit Neininger und Bernhard Ott, dem Verleger der «schaffhauser az».


Betreff: Fragen für den «Lappi»

Von: Lappi tue d’Augen uf <>
Datum: 14.08.2011 12:29
An: Norbert Neininger <>

Sehr geehrter Herr Neininger

Wir bedauern sehr, dass Sie uns nun schon zum zweiten Mal über Ihre Sekretärin kurzfristig ausrichten liessen, dass Sie den Interview-Termin für das Streitgespräch, den wir mit az-Verleger Bernhard Ott und Ihnen lange vorher vereinbart hatten, nicht wahrnehmen konnten.
Wir schicken Ihnen nun einige der Fragen zu und bitten Sie, uns diese bis (...)

«az»-Verleger Bernhard Ott spricht mit dem Lappi über die Monopolstellung des Meier-Verlags und die Zukunftsaussichten seiner Zeitung.

Bernhard Ott, die grossen Verlagshäuser der Schweiz haben ihre Gebiete konsolidiert und ihre Monopole gestärkt. Besteht jetzt die Gefahr, dass die Schaffhauser Medien die nächsten Opfer der Konsolidierung werden?

Bernhard Ott: Das hängt von der Zukunft der Region ab und ob Schaffhausen als eigenständiger Kanton bestehen kann. Wenn grössere Gebilde, wie beispielsweise ein Kanton Nordostschweiz, entstünde oder unser Kanton als Bezirk in den Kanton Zürich «eingemeindet» würde, gäbe es weniger Geld für Inserate, nicht zuletzt für amtliche Anzeigen, die für uns sehr wichtig sind. Dann würde es sehr schwierig werden, aber nicht nur für uns, sondern auch für die «Schaffhauser Nachrichten».

Wieso konnten sich so viele Schaffhauser Titel bis heute behaupten?

Die Schaffhauser Online-Angebote taugen nichts. Sie sind entweder nur für Abonnenten, wenig umfassend oder schlicht inexistent.

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