Hintergrund

Die Solartechnik verzeichnet ein enormes Wachstum. Die Schweiz verliert den Anschluss: Der Absatzmarkt für Solarmodule ist zu schwach.

Im Gespräch mit Experten wird schnell klar, dass die Schweiz im zukunftsträchtigen Feld der Solarenergie den Anschluss zu verlieren droht. Pro Kopf ist die produzierte Menge Solarstrom in Deutschland seit 2000 über zwanzigmal mehr gewachsen als in der Schweiz.

In den 90er Jahren lag unser Land sowohl in der Forschung als auch in der Nutzung von Solarmodulen auf den vordersten Rängen, heute zeigt sich ein anderes Bild. Nur in der Forschung bewegen wir uns noch an der Spitze, doch wichtige Produktionsfirmen gibt es in der Schweiz nur wenige. Diese produzieren zu etwa 90 Prozent für den Export.

Das Hauptproblem ist der schwache Schweizer Absatzmarkt. Hierzulande sind die Anreize, auf Solarenergie zu setzen, kleiner als in anderen europäischen Ländern.

Outsourcing heisst das neue Credo der kantonalen Verwaltung. Das bedeutet unterschiedliche Löhne für die gleiche Arbeit.

Beim Kanton Schaffhausen putzen Putzfrauen zu schlechten und Putzfrauen zu sehr schlechten Löhnen. Jetzt machen die Gewerkschaften mobil. Und in Deutschland fällt das Bundesarbeitsgericht ein bahnbrechendes Urteil. Lohnnachzahlungen in Milliardenhöhe stehen im Raum. Neues von der Tieflohnfront.

Svetlana L.* reinigt Büros im Schaffhauser Regierungsgebäude. Büros des kantonalen Baudepartements. Lohnklasse 1, Lohnbandminimum: 3261 Franken brutto im Monat, mal 13. Im Jahr 42'393 Franken. Janica S.* reinigt Büros im Verwaltungsgebäude Mühlental. Büros des kantonalen Volkswirtschaftsdepartements. Sie verdient 2580 Franken brutto im Monat, vom 13. Monatslohn erhält Sie nur 75 Prozent. Im Jahr verdient Janica, wenn sie überhaupt 100 Prozent arbeiten kann, 32'895 Franken. 9498 Franken weniger als Svetlana. Das wäre «Lohnband 3 unter Null», wenn es beim Kanton ein solches geben würde.

Mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) soll der Photovoltaik-Zubau in der Schweiz gefördert werden. Das System ist noch nicht ausgereift.

«Der Solarenergie gehört die Zukunft!» klingt nach dem billigen Werbeslogan eines Solarmodul-Produzenten auf Kundenfang. Angesichts der neusten Zahlen des britischen Marktforschungsunternehmens ISM Research, bekommt diese Floskel jetzt aber eine neue Bedeutung: Im vergangenen Jahr wuchs der Photovoltaik-Zubau global um 130 Prozent, was einer Leistung von 17,5 Gigawatt entspricht.

Laut Prognosen sollen 2011 weitere 20 Gigawatt hinzukommen. Somit entspräche die installierte Gesamtleistung etwa dem, was zehn grosse Atomkraftwerke produzieren. Das sind 58 Gigawatt pro Jahr.

Eines der führenden Länder in Entwicklung und Nutzung von Photovoltaik ist Deutschland, und das hat seine Gründe: Die Regierung unseres nördlichen Nachbars setzt seit vielen Jahren auf finanzielle Anreize. Das deutsche Stromeinspeisegesetz, das bereits seit 1991 gültig ist, verpflichtet Elektrizitätsversorgungsunternehmen, Strom aus erneuerbaren Energien, der in ihrem Versorgungsgebiet produziert wird, abzunehmen und zu vergüten.

Natur- und Umweltschützer geraten sich über die wenigen geeigeneten Standorte für Grosswindkrafwerke in die Haare.

Im Konzept Windenergie Schweiz des Bundes (BFE, BUWAL und ARE) tritt Schaffhausen nicht als geeigneter Standort für Windkraftanlagen auf. Die nationale Windkarte unterstützt diese Einschätzung und verzeichnet für Schaffhausen durchschnittliche Jahreswindgeschwindigkeiten zwischen 3.5 und 4.5 m/s. Wenige Orte weisen Geschwindigkeiten bis zu 5.5 m/s auf. Generell können Grosswindkraftanlagen erst ab durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 5 bis 6 m/s wirtschaftlich betrieben werden. Die Verfasser der Windpotentialstudie Kanton Schaffhausen kommen zum Schluss, dass Grosswindanlagen im Kanton wirtschaftlich betrieben werden können. Doch die möglichen Standorte liegen entweder im Wald oder in Gebieten, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet sind.

Bei Kleinwindanlagen, wie zum Beispiel bei der in Thayngen (Bild) von Robert Spichiger, ist die Situation weit weniger dramatisch. Diese sind was die Stromproduktion betrifft weniger relevant, dagegen sind die Konflikte mit dem Natur- und Heimatschutz deutlich kleiner. Spichigers Anlage ist in dieser Hinsicht besonders revolutionär: Die Bauweise mit vertikal angeordneten Rotorblättern verursacht praktisch keinen Lärm, produziert schon bei wenig Wind Strom und hat eine verhältnismässig geringe Höhe.

Die Landeskirchen begründen ihre  ausgeprägten Rechte damit, dass sie mehr als nur Vereine sind und die Gesellschaft vor Okkultismus bewahren. Doch der Rückhalt in der Bevölkerung bröckelt.

Die Evangelisch-Reformierte Kirche Schaffhausen verzeichnet einen stabilen Mitgliederrückgang von einem Prozent, was im letzten Jahr 361 Personen entsprach. Bei der Römisch-Katholischen traten bei rund halb so vielen Mitgliedern 230 KirchgängerInnen aus. «Die reformierte Kirche hat selbst eine Studie über die Entwicklung der Mitgliederzahl gemacht. Rein demografisch - nicht durch Austritte - gibt es Perspektiven, dass der Anteil in gewissen Regionen von 50 auf 20 Prozent zurückgehen könnte», sagt Matthias Gafner, Pfarrer in Hallau und Mitglied des Kirchenrates der Evangelisch-Reformierten Kirche Schaffhausen.

Während die Mitgliederzahlen schrumpfen, ist der politische Einfluss der Kirche längst weg. Immerhin bekennen sich die Parteien EVP, CVP und CSP in ihrem Namen zur Religion. Ihr Einfluss ist nicht nur in Schaffhausen übersichtlich und es sind nicht sie, die für religiöse Vorstösse wie ein Minarettverbot verantwortlich sind. «Eigentlich sind Kirche und Staat getrennt», sagt Gafner. «Die Kirche redet dem Staat nicht ins Geschäft und umgekehrt.»

Während Säkularisierung im 18. Jahrhundert zu den Forderungen jeder progressiven Partei gehörte, scheint sich die Politik heute mit dem Erreichten zufrieden zu geben.

Das Thema Religion ist aktuell wie schon lange nicht mehr. Der Islam steht im Kreuzfeuer rechtspopulistischer Politiker, und die unter anderem durch den Staat finanzierte Katholische Kirche macht mit wenig rühmlichen Eskapaden ihrer Würdenträger Schlagzeilen. Trotzdem stehen weitere Schritte in Richtung Säkularisierung oder Laizismus politisch nicht zur Debatte.

Die SP begnügt sich damit, Demokratie in den Kirchen zu fordern. Der Vorstoss der JUSO-Führung, welche die Partei auf eine klare Linie verpflichten wollte, stiess nicht nur innerhalb der Mutterpartei, sondern auch innerhalb der JUSO selbst auf sehr gemischte Reaktionen. Die Grünen wollen sich gegen Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit einsetzen. Das Parteiprogramm der FDP schweigt sich über das Thema Religion aus.