Hintergrund

Als bei der «schaffhauser az» 1975 auf einen Schlag Chefredaktor Hanspeter Gahlinger und zwei Redaktionsmitglieder entlassen wurde, erregte dies schweizweit aufsehen. Die «Info»-Autoren Angelo Gnädinger und Bernhard Ott (heute az-Verlagsleiter, de-facto-Chefredaktor und Verwaltungsratsmitglied) vermissten aber eine Aufarbeitung der Hintergründe der Entlassungen – und lieferten sie gleich selber. Im der Novemberausgabe mit dem Titel «Die Grossväter schlugen zu», schrieben sie, der Verwaltungsrat der Unionstruckerei, welche die Geschicke der Zeitung faktisch in der Hand habe, und vor allem VR-Präsident Ernst Illi hätten die jüngeren, unangenehmen Autorinnen unter dem fadenscheinigen Vorwurf der Inkompetenz fallen lassen.

Der Artikel ist ergänzt durch zwei Interviews: Eines mit Markus Wüthrich, Mitglied der az-Redaktionskommssion, und eines mit dem entlassenen Chefradaktor Hanspeter Gahlinger. Zum Schluss griffen Ott und Gnädinger noch für je einen Kommentar zur Feder. Die Entscheidungsträger seien alte Herren aus den Reihen der Sozialdemokratie, welche sich vom «Info» – insbesondere vom heutigen az-Chef Bernhard Ott – harsche Kritik gefallen lassen mussten: Er schrieb von einem «Morast von geradezu peinlichen Ausmassen» und bezeichnete UD und az als «Augiasstall». In Karikaturen von Rolf «Floh» Baumann wird die «az» zu Grabe getragen und beerdigt.

Die «az» wurde später noch mehrmals im «Info» thematisiert (siehe letzte Seite). Im März 1976 äusserte sich Rolf Heller in einem scharfen Kommentar zum Vorwurf, das «Info» konkurrenziere die «az».