Hintergrund

Zwei junge Filmemacher spüren in ihren kurzen Mittelalter- und Fantasy-Streifen Schaffhausens dunkler Seite nach.

Schaffhausen, anno 1462: Ein Jüngling im dunklen Umhang tritt in eine Mauernische, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Dort verharrt er, während neben ihm Nebel vom Boden aufsteigt – Choralgesang untermalt die Szenerie. Sodann erscheint ein zweiter junger Mann. Er nimmt eine eiserne Maske entgegen, seine um Tiefe bemühte Stimme hallt in den Gewölben: «Danke mein Sohn. Nun stell dich deinem Schicksal. Ich werde dort sein.»

Vor einigen Jahren wollte Walter Hotz Chef eines städtischen Altersheims werden. Heute schimpft der SVP-Parlamentarier wie kein Zweiter gegen den Beamtenstaat. Das Porträt eines Janusköpfigen.

Als er die Treppe hinabsteigt, zurück ins Wohnzimmer, balanciert er auf seinen Unterarmen einen dicken Stapel Akten. Es ist das Dossier zum Stadion-Referendum. «Dort oben stehen noch viel mehr solcher Papiertürme, man kann die gar nicht mehr zählen», sagt seine Frau Margrit mit einem liebevollen Seufzer.

Mehrere Wandgemälde in den Hallen für neue Kunst wurden weiss übermalt. Darf man das?

Die Hallen für neue Kunst sind Geschichte: Der Rechtsstreit um die Eigentumsrechte des «Kapitals» trieb die Stiftung in den Konkurs, Urs und Christel Raussmüller haben ihre Sammlung nach Basel abtransportiert, das «Kapital» wurde nach Berlin verkauft und die Stadt lässt ein neues Nutzungskonzept für das Gebäude ausarbeiten. In der langen und teilweise kuriosen Affäre um das Ende der Hallen macht ein Aspekt stutzig, der bisher wenig Beachtung findet: Urs Raussmüller hat diejenigen Kunstwerke, die direkt an den Wänden der «Hallen» angebracht waren, weiss übermalt.

Die Lappi-Redaktion übt schon mal Performationskunst.

Im Herblingertal entsteht bald ein monumentaler Kulturraum mit integrierter Industriebrache. Dahinter steht ein kunstaffiner Doyen, der am Vorhaben um der hehren Sache willen festhält, obwohl das Stimmvolk seinen Pioniergeist nicht versteht und ihm die finanzielle Unterstützung verweigert. Aniello Fontana – ein wahrer  Wohltäter.

Er, der sich bisher als Experte in Immobilienfragen mit Führungserfahrung als Fussballförderer ausgezeichnet hat, wird seiner Vordenkerrolle erneut gerecht. Mit radikalen Neuerungen sprengt der stadtplanerische Visionär den Rahmen konventioneller Gebäudenutzung und macht sich zum Vordenker und Mäzen der Performance- und Investitionskunst.

Das «Kapital» von Joseph Beuys wird wohl bald nicht mehr in Schaffhausen stehen. Keiner der vier Männer, die sich um das Kunstwerk stritten, wird dieses künftig noch besitzen.

Die Installation «Kapital Raum 1970–1977» von Joseph Beuys ist verkauft. Erik Birgelen, der Anwalt der vormaligen Eigentümer, bestätigte dem Lappi eine entsprechende Meldung der «schaffhauser az»: «Dass ein Verkauf stattgefunden hat, ist richtig», sagte er.

Der FC Schaffhausen drohte nach dem Eklat beim letzten Spiel vor Neujahr seinen Fans mit Stadionverbot und Strafanzeigen. Nun haben sich die FCS-Verantwortlichen nach dieser Überreaktion bei den Fans entschuldigt.

Die Stimmung zwischen den Verantwortlichen und den Fans des FC Schaffhausen lag schon seit geraumer Zeit im Keller. Beim letzten Spiel vor der Winterpause kam es dann zum Eklat: Einige Fans machten ihren Ärger über die FCS-Verantwortlichen hör- und sichtbar, sowohl während als auch nach dem Spiel.

Geschäftsführer Yannick Amhof und Verwaltungsratspräsident Aniello Fontana sahen keinen Grund, für eine Deeskalation zu sorgen – im Gegenteil. Sie gossen einen Tag nach dem Spiel mit einer wenig differenzierten Stellungnahme weiter Öl ins Feuer. Der schwelende Konflikt zwischen Fans und FCS-Verantwortlichen hatte damit im Dezember den Höhepunkt erreicht.