Hintergrund

«Reason To Panic» ist schnell. Sauschnell. An zehn Abenden entstanden im Kellerstudio zehn Tracks aus dem Nichts. Der Lappi war bei der elften Geburt dabei.

Kein neuer Song ohne Flaschenbier und Salz­brezeln. Zusammen geprobt haben sie noch nie, Raph und Diego – alias «Reason To Panic» –, ­geschweige denn sind sie schon einmal zusammen aufgetreten. Werden es vermutlich auch nie tun, wollen es gar nicht. Die einen würden sagen «Diego und Raph? Schnittmenge null!»

Florian Keller gibt nach zehn Jahren seinen Sitz im Kantonsrat ab. Der Politiker der Alternativen Liste erklärt im Interview mit dem Lappi, weshalb er sich zu diesem Schritt entschlossen hat und weshalb er sich dennoch nicht aus der Politik verabschiedet.

Florian Keller, weshalb trittst Du als etablierter Politiker aus dem Kantonsrat zurück?

Florian Keller: Ich habe dieses Amt zehn Jahre lang wahrgenommen – das reicht. Ausserdem habe ich ein wenig den Glauben in den Parlamentarismus verloren.

Spielt also ein gewisser Frust eine Rolle?

Gregor Gysi, Fraktionspräsident «Die Linke» im deutschen Bundestag, spricht im Lappi-Interview über linke Europapolitik, das Verhältnis der Schweiz zur EU und die Mobilisierung des unteren Viertels. Ausserdem freut er sich über das Ende der Überwachung seiner Person und der Linkspartei.

Bilder: Yann Aders

Gregor Gysi, in ganz Europa sind ultrakonservative bis rechtsradikale Parteien auf dem Vormarsch und vernetzen sich. Ist die Europäische Linke, die Internationale, dagegen nicht im Hintertreffen?

Eine Auswertung des Abstimmungsverhaltens des parteilosen Ständerates Thomas Minder zeigt, dass der Schaffhauser Unternehmer am häufigsten nicht mit seinen SVP-Fraktionskollegen stimmt.

Thomas Minder wurde im Herbst 2012 von der Schaffhauser Bevölkerung in den Ständerat gewählt. Im Abstimmungskampf half ihm sein Engagement für «seine» Abzocker-Initiative. Heute, eineinhalb Jahre nach der Annahme der Initiative, glauben nur noch 42 Prozent der Bevölkerung, dass die Lohnsysteme damit gerechter werden. Das zeigte jüngst eine Umfrage des Beratungsunternehmens hkp. Die Initiative löste lediglich einen Sturm im Wasserglas aus.

Carlos Abad alias Gran Purismo ist der nicht wählbare Kandidat der Alternativen Liste für den Schaffhauser Stadtrat. Der Musiker mit spanischem Pass hat den Abstimmungskampf für das Ausländerstimmrecht eröffnet.

Carlos Abad, ist deine Kandidatur wirklich nur ein «Jux», wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichteten?

Carlos Abad: Es war mir klar, dass meine Kandidatur als Jux wahrgenommen werden könnte. Aber auch wenn die Kandidatur an sich nicht ernsthaft war, der Grund, der dahintersteckt, ist es sehr wohl. Ich wollte mit der Kandidatur einen Denkanstoss geben, eine Botschaft vermitteln, und das ist mir gelungen. In den Sozialen Medien wird viel über das Ausländerstimmrecht diskutiert.

Es ist bereits bekannt geworden, dass Du als Ausländer gar nicht wählen und stimmen darfst. Ist die Aktion für dich damit vorbei?

Seit 2003 ist die Schaffhauser Stimmbevölkerung öfter den Abstimmungsparolen der EDU gefolgt als jenen der Regierung.

Es ging um Leben und Tod – zumindest für die Äschen. Das suggerierte die Kampagne der Gegner des neuen Wasserwirtschaftsgesetzes. Und weil die Schaffhauser Stimmbevölkerung loyal hinter den Äschen steht, lehnte sie am 18. Mai mit 58,7 Prozent die Revision des Wasserwirtschaftsgesetzes ab und stimmte damit einmal mehr gegen die Empfehlung der Regierung.

Diese Niederlage ist in der laufenden Legislatur der vorläufige Tiefpunkt für den Regierungsrat. Seit den Wahlen vom Herbst 2012 entschied das Schaffhauser Stimmvolk bereits bei den beiden Sparvorlagen (Kieferorthopädie und Landeskirchen), der Prämienverbilligungsinitiative und der Stahlgiesserei-Vorlage anders als von den Regierenden gewünscht. Damit wurden fünf von acht Abstimmungen verloren.