Hintergrund

In Schaffhausen wird mehr wieder­verwertet als noch in den Achtziger­jahren. Gleichzeitig gibt es grosse ­Alt­lasten – wir sind die erste Generation, die den Müll nicht mehr einfach verbuddelt.

 

Abfallanlieferungen KBA Hard im Jahresverlauf

Die abgelieferten Mengen an Sperrgut und Schwarzabfall sind über das Jahr relativ konstant. Beim Grünabfall ist hingegen ein jahreszeitlicher Unterschied deutlich sichtbar. Gesamthaft sind die Kehrichtlieferungen an die KBA Hard leicht rückläufig, was unter anderem auf die bessere Trennung der Wertstoffe zurückgeführt werden kann.

Auch im Schaffhauser Spital entsteht radioaktiver Abfall. Für diesen braucht es jedoch kein ­Tiefenlager.

Im Kantonsspital Schaffhausen wird normalerweise täglich eine ampulle mit strahlendem Material hergestellt.

Die Gänge im ersten Untergeschoss scheinen gewöhnlich und steril, wie es sich für ein Spital gehört. Die gelben Tafeln mit der Strahlen-Warnung an den Türen stechen in der farblosen Umgebung hervor. Wir gehen bis zum Ende des Flurs, in die Radiologie des Kantonsspitals Schaffhausen. Jürg Baumgartner, der Leiter der Radiologie, führt uns zum Raum, in dem das radioaktive Material für die Nuklearmedizin-Abteilung hergerichtet wird. Zum Raum mit dem Technetium-Generator.

Im Mittelalter lohnte es sich nicht, Abfall zu produzieren. Heute werden Millionen ausgegeben, um ihn fachgerecht zu entsorgen.

Bild: Yann Aders

Fertigpizza aus dem Plastik, Plastik in den Müll, Marke auf den Müllsack und Müllsack in den Container. Heute macht sich kaum ein Schaffhauser Gedanken, was mit seinem Abfall geschieht, ist er erst einmal produziert. Vor 500 Jahren sah das anders aus.

Wenn Unsinn als Musik gilt, sind garantiert Punks daran schuld.

«Alarmstufe Blau» existieren seit zwei Jahren, haben gerade mal sieben Gigs gegeben und kürzlich den ersten Tonträger «Panda-Pank & Backstagebier» rausgehauen. Die sechs Stücke auf der CD wurden allesamt im Proberaum in Uhwiesen eingespielt, den sich die fünf jungen Punks mit der Ska-Kapelle «The Slobbers» teilen.

Schlagzeuger Eggi drischt den Ufta-Ufta-Takt, Bassist Knupp malträtiert sein Instrument, Juiee und Flo lassen die Gitarren heulen, darüber skandiert Shouter Pädi einschlägige Parolen. Es gibt Refrains zum Mitgrölen, hie und da eine Tempoverschärfung und mit «Rheinpiraten» den obligaten Versuch am Off-Beat. Musikalisch machen «Alarmstufe Blau» alles richtig – und das heisst im Kontext ihres Genres: schlecht, schlechter, am schlechtesten.

Leider geil: Chrisi macht auf Katze und ein Kind auf Lead-Sänger. Wer's mag, muss kein Freak sein. Wer's nicht mag, ist selber schuld.

Ende November feierte das deutsche DIY-Label «Sounds Of Subterrania» im Berliner Columbia Club während zweier Wochenendnächte mit Livemusik seinen 15. Geburtstag mit dem Labelfestival «Bite It!». Mit von der Partie/Party waren unsere Livehelden vom Lo Fat Orchestra – auch sie veröffentlichen bei dem in Hamburg domizilierten Plattenlabel. Speziell fürs Jubiläum sind die Lo Fats ins Studio gegangen: Im Startrack-Tonstudio nahm das Trio mit ­Samuel Hartmann an den Reglern eine 4-Stück-45-rpm-Vinylmaxi auf, die am (und fürs) «Bite It!» herausgekommen ist.

Netterweise kriegte ich das Teil für den Lappi schon vorab zu hören. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das Lo Fat Orchestra ist eine verdammt geile Kapelle. Und die bandchemisch immer nur knapp stabile Verbindung aus hysterischem Kontrollverlust (Chrisi, Tasten und Gesang), brutalem Stoizismus (Thorsten, Bass) und explosiver Energie (Dani, Schlagzeug) tönt hier vielleicht so gut wie noch nie.

Lara Stolls Satiresendung überzeugt – der Sender hat einer zweiten Staffel zugestimmt.

Die erste Staffel von «Bild mit Ton» wurde im Oktober und November jeweils Montagabends auf SSF ausgestrahlt. Alle Folgen sind auch unter www.bildmitton.tv zu sehen.

«Es gibt genauso viel Blödsinn wie Wohlüberlegtes», sagt Lara Stoll über ihre Satiresendung «Bild mit Ton». «20 Minuten» schrieb: «Ein Sender, der nichts zu verlieren hat, gibt einer jungen Slam-Poetin einen Freipass.» Im April dieses Jahres hatte das akut kriselnde «Sport Szene Fernsehen» (SSF) noch verkündet, der Sendebetrieb werde eingestellt, kurze Zeit später hiess es, man bleibe auf Sendung und wolle den Bereich «Szene» mit neuen Kulturformaten bereichern. Im Oktober startete «Bild mit Ton».