• 150 Wohnungen unter dem Hammer

    Nach 50 Jahren gemeinnützigem Wohnungsbau wurde die Genossenschaft Talberg gewinnbringend verkauft. 5 Millionen werden ausgeschüttet.

    Bis vor kurzem gehörten diese Liegen­schaften an der Furka­strasse in Buchthalen der genossen­­schaft talberg.

    Die Liquidation der Wohnbaugenossenschaft Talberg ist beinahe abgeschlossen. Vor drei Jahren entschied die Generalversammlung, die Genossenschaft aufzulösen und die Wohnungen zu verkaufen. Seither zieht sich der Prozess hin, Streitigkeiten zwischen den AnteilseignerInnen haben ihn immer wieder verzögert.

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  • cancelled

    doppelt geköppelt

    An dieser Stelle präsentiert Roger Köppel jeweils seine Gedanken zu Weltgeschehen und -woche. Weil der linke Roger Köppel – rechts im Bild – nach plötzlicher Vermählung und unverhofft anstehender Masterarbeit keine Zeit fand, war der Lappi bereit, sich mit dem nächstbesten zufriedenzugeben, dem rechten Roger Köppel – links im Bild.

    Leider scheint unsere Mailanfrage nicht bis zu ihm vorgedrungen zu sein. Eine Mitarbeiterin schreibt uns an seiner statt: «Vielen Dank für Ihre Anfrage an Roger Köppel. Aus zeitlichen Gründen ist es ihm aber nicht möglich, einzuspringen, weshalb er leider absagen muss.» Schade eigentlich, der Lappi hätte Roger Köppel gerne die Chance geboten, sich in einem seriösen Magazin zu Wort zu melden.

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  • Das Sparpaket liegt auf der Strasse

    Ausgabe 14: Mattias Greuter und Marlon Rusch über alternative Einnahmequellen für den Kanton Schaffhausen.

    Nun hat es Rosmarie Widmer Gysel doch begriffen. Steuern hoch, Defizit runter. Nun ja, so einfach geht es dann doch nicht. Wo noch einmal 20 Millionen gespart werden können, soll jetzt eine private Firma herausfinden. Kostenpunkt: Eine halbe Million Franken. Der Lappi kann das günstiger: Für den Kioskpreis von 4 Franken gibt es hier Vorschläge, wie wir den Staatshaushalt wieder ins Lot bringen können, der Finanzreferentin wird der Lappi sogar gratis zugestellt.

    Als erstes gehört die Paradieskampagne ersatzlos gestrichen. Bei höheren Steuern ist sie definitiv falsch ausgerichtet beziehungsweise noch nutzloser als bisher.

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  • Das ungeschönte Leben in den Bergen

    Auslese

    Die Journalistin Daniela Schwägler porträtierte 15 Älplerinnen.

    Manchmal liegen Traum-Alp und Albtraum nahe beieinander. Das erste Kapitel des Buches «Traum Alp», welches 15 Älplerinnen zwischen 20 und 75 Jahren in der Schweiz porträtiert, stellt Katja Boschi Mühleisen und die Alp de Lagh im Val de Cama im Misox vor. Seit 2006 wurde diese Alp von ihr und ihrem Mann bewirtschaftet. Die Mutter von zwei kleinen Mädchen, Sennin und Biologin, kam Ende Juli, kurz vor Erscheinen des Buches, durch einen Felssturz ums Leben.

    Gerührt betrachtete ich die Bilder dieser Frau, ihren Kindern, der Capra-Grigia- und Nera Verzasca-Ziegen, der Wollschweine, Pferde, und ihrer Arbeit mit dem Käse.

    Katia Boschi Mühleisen hatte mit ihren 37 Jahren schon einiges erlebt, aber noch vieles vor: «Wer weiss, was das Leben uns noch so alles bringt. Hier weiter zu alpen wäre schön. Den ganzen Sommer daheim zu sein und unter der Woche einer geregelten Arbeit nachzugehen, um am Wochenende mit den Kindern an einen See rauszufahren, wäre definitiv nichts für mich.»

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  • Die dunkelrote Seite der Macht

    10 Jahre politischer Saubannerzug: Der Versuch einer Erklärung für den Erfolg der Alternativen Liste.

    Kurz nach ihrer Gründung hat die Alternative Liste (AL) Schaffhausen zehn Forderungen aufgestellt. Bis zum heutigen Tag wurde nicht eine davon erfüllt. Auch sucht man bei der AL zehn Jahre nach ihrer Gründung vergeblich nach richtigen Parteistrukturen. Diese «Partei» ist noch genauso unfassbar wie am ersten Tag.

    Die AL macht mal da, mal dort ein bisschen etwas, mal Umweltpolitik, mal Sozialpolitik, mal Sicherheitspolitik. Parteiziele wie die Verhinderung des Galgenbuck-Tunnels sind von der Realität überholt worden. Andere, die Schaffung von Bandräumen etwa, sind immer noch reines Wunschdenken. Stattdessen wärmen die Alternativen kalten Kaffee auf und servieren ihn heiss. Bei der Raumplanung, der Steuerpolitik, bei der Ausländerpolitik oder der Bildung.

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  • Ein Lied zum Wegschmeissen

    Kennst Du das «Rhyfall-Lied»? Eben. Trotz prominentem Taufpaten lässt die Vermarktung zu wünschen übrig – eine ganz, ganz vorsichtige Annäherung.

    Der Lappi haftet nicht für allfällige rechtliche konsequenzen und folgekosten,­ die aus ­der Veröffentlichung dieses Textes für Thomas Minder wegen eines Ver­stosses gegen das Gewässerschutzgesetzentstehen könnten.

    Ein kühler Tag am Rheinfall, der Himmel wolkenverhangen. Auf dem gelben Mändli-Boot sitzt nur ein einziger Passagier. Ernst und nachdenklich blickt er durch den Dunst der Gischt zum Felsen. Thomas Minder, Ständerat und Vater der Abzockerinitiative, ist in wichtiger Mission zum Zentrum des grössten Wasserfalls Europas unterwegs: Er wird das «Rhyfall-Lied» taufen.

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  • Ein riesiger Spielplatz

    Die neue Betriebsamkeit auf dem Flurlinger Arova-Areal: Eine Reportage in vier Akten.

    Bilder: © module+, www.moduleplus.ch

    Arova-Areal Nord-Ost, Gebäudetrakt S, ein brennend heisser Donnerstagnachmittag. Der Reporter ist mit Jo Müller verabredet, einem von drei Mietern eines frisch und weiss gestrichenen, hohen Raums im ersten Stock des ockernen Riesengebäudes, das einst der Zürcherstrasse nach Feuerthalen entlang gebaut worden war.

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  • Picknick mit Geigerzähler

    Auch die Schweiz erlebte einen atomaren Unfall. 1969 kam es im Versuchsreaktor in Lucens, Waadt, zu einer Kernschmelze. Der Lappi hat es sich dort ­gemütlich gemacht und der Strahlung getrotzt.

    Es regnet, als das Lappi-Team in der 3000-Seelen-Gemeinde Lucens ankommt. Ein kurzer Blick auf den Geigerzähler beruhigt uns: Das Regenwasser scheint nicht verstrahlt zu sein. Auf der Informationstafel wird das Reaktorunglück von 1969 verschwiegen, das verlassene Kraftwerk ist auf der Karte nicht eingezeichnet. Wir steuern die Dorfbeiz an. «Café du Poids», verkündet ein Schild auf der mit Sonnenschirmen geschützten Terrasse. Beim Versuchsatomkraftwerk Lucens handelte es sich um einen Schwerwasserreaktor, wir fragen uns, ob «Café du Poids» eine mit schwerem Wasser aus dem Kraftwerk gebraute Kaffeespezialität ist.

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  • Zurück zur Kutsche

    Historique

    Es werden immer wieder Stimmen laut, die eine Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf unseren Strassen fordern. Man kommt schneller von A nach B, kann sich an der Geschwindigkeit erquicken und erst noch die Überlegenheit des eigenen Autos demonstrieren. Doch es wird auch mehr Sprit verbraucht und die Unfälle enden öfters tödlich. Dieser Diskussion soll nun durch eine radikale Forderung endlich ein Ende gesetzt werden, indem wir – was sowieso viel zu selten geschieht – aus der Geschichte lernen.

    Anfangs des 20. Jahrhunderts hatte man Zeit, man konnte sich die Langsamkeit leisten. Die Luft war frisch und die Strassen friedlich. Gerade einmal 10 Kilometer in der Stunde durfte man innerorts fahren, ausserorts 30. Das Strassenbild war in Schaffhausen noch mehrheitlich von Kutschen geprägt, es verbreiteten aber auch schon die ersten Kraftfahrzeuge ungemütliche Hektik, Lärm, Fein- und Grobstaub. Wenige Jahrzehnte später wird das Automobil die Kutsche fast vollends ersetzt haben.

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  • «Flaschbier, Fernsehen, Filzpantoffeln»

    Arbeitspsychologe Ueli Kraft über Motivation, Musse und Wertschätzung in der Arbeitswelt.

    Ueli Kraft, im Zusammenhang mit der heutigen Leistungsgesellschaft ist der Begriff «Work-Life-Balance» aufgekommen. Ist diese Balance heute stärker in Gefahr als früher, oder handelt es sich um einen Medientrend?

    Wahrscheinlich beides. Man hat früher schon lange gearbeitet, aber unsere Grossväter sprachen noch nicht von Work-Life-Balance. Die heutige Debatte ist wohl ein Symptom dafür, dass für eine Mehrzahl der Leute das «Bügle» – im Sinne von fremdgeforderter Leistung – im Vordergrund steht. Es ist auch ein Symptom dafür, dass der Druck permanent wächst. Als Gegengewicht zum steigenden Druck und Stress wird die Freizeit immer wichtiger. Seit die Verhältnisse so sind, spricht man von Work-Life-Balance.

    Sollte man öfter nichts machen?

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  • «Schlag mich mit dem Rübenstück»

    Guz ist wieder auf Tour – dieses mal ohne die «Averells». Auf seiner Soloplatte zeigt er sich einmal mehr wunderbar absurd.

    Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung seines letztes Albums «Mein Name ist GUZ» (Trikont/Richie) ins Land gezogen. Fünf Jahre, während derer Olifr Maurmann einen Herzinfarkt überlebte, vier Platten und fünf Tourneen mit den Aeronauten, der Zukunft und den Zorros sowie einen Berg an Produzentenjobs für Stahlberger, King Pepe, Nadja Zela, The Peacocks, Baby Jail oder Tom Krailing im Star Track Studio stemmte – und es darüber hinaus auch noch schaffte, sich als Solo-Musiker neu zu erfinden.

    Seit Herbst letzten Jahres ist GUZ wieder auf Tour, ohne seine Backing-Band The Averells, bespielt alleine mit Gitarren und Beat-Geräten die Kleinbühnen von St. Gallen bis Bern. Er tut es mit altem Witz und neuem Material, wovon es zwölf Stücke auf seinen mittlerweile achten, im Alleingang produzierten Tonträger «GUZ: Der beste Freund des Menschen» (Richie/Rookie) geschafft haben.

    Die Platte wird ab dem 8. November käuflich zu erwerben sein, und beginnt dort, wo das Aeronauten-Doppelalbum «Too Big To Fail» aufgehört hat – mit einem Instrumentalstück. Kesselpauke, Shaker und Gitarre bereiten den Boden für eine triumphale Trompete: «General GUZ befreit Pyongyang». Und Ennio Morricone reitet mit.

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  • «Verfaulte Geschichten», 21. November 2010 – 2. August 2013


    In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem plötzlich verstorbenen Partner und Freund

    «Verfaulte Geschichten»

    21. November 2010  –  2. August 2013

    Die Quelle der «Verfaulten Geschichten» ist versiegt. Die Lappi-Redaktion hat das Ende mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen und möchte dem Aufwand, den die «VG»-Autoren Christian Erne und Jürg Odermatt geleistet haben, Respekt zollen.

    Die Autoren haben ein Blog auf die Beine gestellt, wie man es sich wünscht. Mit Bild, Ton und vor allem ätzend-bissigen Geschichten und Kommentaren, die man sonst in der Region nicht serviert bekommt. In den USA hätte sich die Huffington Post das Blog längst unter den Nagel gerissen, in Schaffhausen endet es mit einer einfachen Mitteilung: «Verfaulte Geschichten» († 2. August 2013).

    Sie nahmen es mit allen auf: Mit dem «Bock», den «Schaffhauser Nachrichten» und der «schaffhauser az». Mehr noch, die Presse sah sich genötigt, sich mit den «Verfaulten Geschichten» anzulegen. Weil ihnen der direkte Stil nicht passte, weil ihnen der Biss fehlte, um den sie «VG» beneideten. Und weil es ihnen Angst machte, dass da einer im Internet schreiben darf, was er will, ohne einen Chefredaktor im Nacken zu haben, den man kennt und notfalls anrufen kann, um weitere unliebsame Artikel zu verhindern. Gerade deshalb war das Blog eine grosse Bereicherung. Eine andere Sichtweise, die Anstoss zum Nachdenken gab – nicht selten mit dem Vorschlaghammer.

    Nun also ist es vorbei, und doch fault es herrlich weiter. Die «Andere Schaffhauser Musik­geschichte», die Repliken auf die «Schaffhauser Nachrichten», die Reportagen. Sie alle sind noch immer einen Besuch auf der Webseite www.verfaultegeschichten.ch wert.

    Mögen sie in Frieden weiterfaulen.


    Die Abdankung findet im engsten Familienkreise statt. Nebst Kondolenzkommentaren auf der Webseite bitten wir Sie im Interesse des Verblichenen, dem Lappi, PC 85-793016-9, zu gedenken.

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