• Das Zahlen in Zahlen

    Die Mindestlohninitiative trifft nicht alle Branchen gleich hart, und die Anzahl Schweizer Banker spiegelt die Weltwirtschaftslage: Ausgewählte Statistiken über Geld.

     

    Angestellte in der Schweiz nach Bankentypen

     

    Nach dem Zweiten Weltkrieg, den die Schweiz weitgehend unbeschadet überstanden hatte, schien der Aufschwung kein Ende zu nehmen. Nicht einmal die Ölkrise der 70er-Jahre schlug sich direkt in den Angestelltenzahlen der Banken nieder. Erst in der Immobilienkrise anfangs der 90er und der geplatzten Dot-Com-Blase Ende desselben Jahrzehnts kam es zu zahlreichen Entlassungen im Finanzsektor. Der darauffolgende Aufschwung wurde durch die Finanzkrise 2008 gestoppt.

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  • Brotlos unter Feigen

    Gratis gibt's nichts – die kapitalistische Maxime hat auch in der Schaffhauser Altstadt längst voll eingeschlagen.

    umsonst ist kaum etwas zu haben – schon gar nichts, was man essen könnte.

    Ein nahezu frühlingshafter Tag, ich bummle durch die Schaffhauser Idylle. Andere bummeln auch, vom Vordergässli zum Machart vielleicht oder vom Manora-Restaurant zurück zu ihrem Arbeitsplatz in der Kantonalbank. Für mich sind die Vektoren heute andere: Ohne Geld, dafür mit reichlich Zeit ausgestattet, lasse ich mich durch leere Gassen treiben, steuere irgendwann intuitiv die städtische Bibliothek an.

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  • Die Schuld der SchuldnerInnen

    Heute kann man alles haben. Damit steigt der Konsumdruk, der viele in die Schuldenfalle treibt.

    Über Geld reden. Das ist das Ziel des neu geschaffenen Kompetenzzentrums für Schuldenprävention der Stadt Zürich. Mit Einsätzen in Sekundarschulen will das Zentrum der zunehmenden Verschuldung von Jugendlichen entgegenwirken.

    Solche Beratungszentren gibt es noch nicht lange. Wer früher Schulden machte, konnte sich von PrivatsaniererInnen helfen lassen – und geriet durch diese nur tiefer in die Schuldenspirale.

    Um Schuldensanierungen ausserhalb staatlicher Institutionen zu verhindern, wurde 2001 im Sozialhilfegesetz verankert, dass alle Kantone der Schweiz Schuldenberatungsstellen anbieten müssen. In Schaffhausen übernahm 2002 die Frauenzentrale die Führung der vom Kanton finanzierten Fachstelle für Schuldenfragen.

    Daniel Raschle, ausgebildeter Sozialarbeiter und Berater bei der Schaffhauser Fachstelle, erachtet es als wichtig, Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld beizubringen.

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  • Liebes, böses Geld

    Dossier: Geld

    Geld ist geil wie ein Bock und scheu wie ein Reh, soll das CSU-Ungetüm Franz Josef Strauss einst gesagt haben. Mit Herrn Strauss hab ich’s nun wirklich nicht, und Geld halte ich mitnichten für geil, sondern eher für ein notwendiges Übel – aber was die Schüchternheit des Geldes anbelangt, muss man dem Zitat wohl doch einen gewissen Wahrheitsgehalt beimessen.

    Das hat auch Redaktorin S. erfahren, als sie herauszufinden suchte, was man in der Stadt Schaffhausen denn so umsonst kriegt – und kaum etwas fand, ausser eines philosophischen Feigenbaums (Brotlos unter Feigen).

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  • Wir sind Konjunktur

    Historique

    Ein kurzer Blick in die Vergangenheit genügt, und wir sehen, dass sich die Konjunktur bis heute in Wellen bewegt. Dabei springen wir immer wieder hin und her zwischen Phasen des Wachstums und wirtschaftlichen Krisen. Erklärt werden solche Krisen dabei meist durch das System selbst. Als übermenschlich anmutendes Phänomen scheint die Wirtschaft gleichzeitig Ursache und Lösung unserer Probleme zu sein.

    Ein genauerer Blick auf die Geschichte der Konjunktur wirft jedoch ein anderes Licht auf das vermeintliche Phänomen Wirtschaft. Konjunkturtiefs werden dabei zu Wahrnehmungskrisen und der Mythos Wirtschaft wird plötzlich ganz menschlich.

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  • Guantanamo am Rhein

    In Diessenhofen befindet sich einer von drei Knoten des Bankennetzes Swift. Die Swift-Daten sind ein gefundenes Fressen für US-Terrorfahnder. Eine Kontrolle über deren Aktivitäten findet nicht statt.

    Bild: Yann Aders

    Die Hochsicherheitsanlage sieht aus wie ein Bunker. Hohe Zäune umgeben das Gelände, die roten Gebäude wirken steril. Die ganze Anlage ist unbelebt, kein Mensch ist zu sehen, nur eine handvoll Autos sind davor geparkt. Dabei ist das Rechenzentrum in Diessenhofen eine der Nervenbahnen der internationalen Geldströme. In den Bunkern befindet sich eines von weltweit drei Rechenzentren von Swift und damit einer der wichtigsten Knotenpunkte der internationalen Finanzwelt.

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  • Riviera des Nordens

    Wo? Wie? Wann? Sicher ist nur: Schaffhausen geht baden. Der Lappi-Badi-Check rechtzeitig zur Saison.

    Bild: Yann Aders

    Die Abende werden länger, das Wasser wärmer. Höchste Zeit für die Badeanstalten, die letzten Vorbereitungen zu treffen, denn die Saison beginnt schon bald.

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  • Das obszöne Werk

    Auslese

    Sprach-Sadomaso mit Georges Bataille

    Georges Bataille vermochte nicht nur Michel Foucault zu plump anmutenden Superlativen hinreissen («Bataille ist einer der wichtigsten Schriftsteller seines Jahrhunderts» Punkt), sondern auch ein literarisches Werk zu konstruieren, welches die Angst vor dem und im Existieren in all ihrer Fleischlichkeit und ihrem Entsetzen zu erschreiben vermag. Batailles Erzählungen wie «Die Geschichte des Auges» oder «Madame Edwarda», wurden als «Das obszöne Werk» zusammengefasst und 1972 bei Rowohlt erstmalig publiziert.

    Man stelle sich vor, es gäbe, was man Realität nennt, und nenne es fortab Topf. (Man stelle sich diesen über lodernden Ästen vor und dass Rauch aus ihm zöge.) Man stelle sich vor, es gäbe einen Schreibenden, man nenne ihn Koch und man nenne ihn Bataille. (Man stelle sich vor, es gäbe GOTT und man stelle sich vor, er lache irr.) Man stelle sich vor, dass wen man Koch nennt sich über was man Topf nennt beugte und es mittels dem füllte, was dessen Körper hergäbe. (Man stelle sich die Füllung vor und nenne sie fortab Text.)

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  • Röteli, Capuns und Hakenkreuze

    Auf der Suche nach den katholischen Extremisten von Gloria.tv wurde der Lappi weder beleidigt noch angegriffen. Leider.

    Bild: Redaktion

    Das Frühstücksbuffet des Café Dulezi in Sedrun ist so gut, dass die Lappi-­Redaktion etwas länger sitzen bleibt und den Gottesdienst verpasst. Dabei sind wir eigentlich wegen der Katholiken in die kalte Bergwelt gereist – genauer wegen der radikalen Katholiken um Pfarrer Reto Nay und Gloria.tv.

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  • Race to the Bottom

    Die Schaffhauser Verlage halbieren den Umfang der Kulturagenden. Empörung sucht man allerdings vergebens.

    Die Schaffhauser Verlage sparen bei der Berichterstattung über das Ausgangsleben in der Region. Die «Schaffhauser Nachrichten» haben ihre Ausgangsbeilage «Express» in die Zeitung integriert und die «schaffhauser az» hat den Umfang der Beilage «ausgang.sh» halbiert.

    Statt 16 Seiten «Express» und 8 Seiten «ausgang.sh» sind es nur noch drei «SN»-Seiten und vier Seiten «ausgang.sh».

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  • So wirst du zum Bonz

    Reich werden ist einfach. Sechs Strategien für die Flucht aus der Armut.

    Alte Schrulle ausbeuten mittels Enkeltrick

    Suche im Telefonbuch nach antiquierten Vornamen, die auf ein älteres Semester schliessen lassen (beispielsweise Namen, die auf -traut, -hilde, -hard oder -ried enden). Besonders geeignet sind WitwerInnen, sie erkennt man oft daran, dass sie einen Doppelnamen tragen, aber allein im Telefonbuch stehen. Suche gezielt in Villen- oder Einfamilienhausquartieren. Gestalte den Anruf möglichst anonym, beispielsweise aus einer Telefonkabine.

    Erzähle Deinem Opfer eine gut einstudierte Geschichte: Du bist der Enkel oder Grossneffe, der sich länger nicht mehr gemeldet hat. Du brauchst «Deinen» Namen nicht zu kennen, das Opfer wird ihn Dir verraten, wenn Du das Gespräch beispielsweise mit «Rate mal, wer anruft» beginnst. Natürlich ist es von Vorteil, wenn Du beispielsweise den Namen Deiner «Tante» kennst.

    Sobald Du das Vertrauen Deines Opfers gewonnen hast, erzählst Du von Deiner Notlage – mit möglichst vielen realistischen Details: Du wurdest im kongolesischen Dschungel von einer gefährlichen Gipfelspinne gebissen. Ein finsterer Buschdoktor hat Dir zwar das Leben gerettet, lässt dich aber erst gehen, wenn er bezahlt wurde – umgerechnet 6'200 Franken fordert er für Deine Rettung. Deine Zusatzversicherung würde zwar bezahlen, das dauert aber mindestens vier Wochen – so lange willst Du auf keinen Fall in der fragwürdigen medizinischen Obhut von Doktor Lungatunga bleiben.

    Willigt das Opfer ein, schickst Du einen vertrauenswürdig aussehenden Komplizen vorbei, der das Geld abholt und verspricht, es per Western Union zu überweisen.

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  • «Es hapert bei der Verteilung»

    Soziologieprofessor Ueli Mäder sehnt sich nach einem friedlichen Systemwechsel. Gespräche mit Jungen, aber auch mit Reichen, geben ihm Hoffnung.

    Ueli Mäder ist ordinarius für soziologie an der Universität Basel und Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Bild: Adrian Ackermann

    Ueli Mäder, Geld war einmal nur ein Hilfsmittel, das den Austausch von Gütern vereinfachte. Heute dreht sich vieles um das Geld an sich. Das Streben nach Reichtum scheint für breite Teile unserer Gesellschaft zur obersten Maxime geworden zu sein. Was ist geschehen?

    Der Selbstzweck des Geldes beginnt schon mit dem Ausleihen von Geld. Und mit dem Zins. Er macht aus Geld mehr Geld. Im Neoliberalismus nimmt dieser Selbstzweck überhand. Ich meine, dass dies besonders seit der Auflösung des Ost-West-Gegensatzes der Fall ist.

    Der Zusammenbruch der Sowjetunion beschleunigte den Siegeszug des Kapitalismus?

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  • Bloss e chlini Bank

    Die Schaffhauser Kantonalbank ist die einzige Bank in der Region, die über eine Staatsgarantie verfügt. Ob sie diese Garantie überhaupt braucht, ist in der Branche umstritten.

    Bild: Yann Aders

    Der Kantonalbank geht es gut. Sie wies im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von 5882 Millionen Franken aus, das sind satte 739 Millionen Franken mehr als noch 2012. Die Bilanzsumme ist somit in einem Jahr um mehr als 14 Prozent gestiegen.

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  • Fusionszeit ohne Grenzen

    Ausgabe 16: Claudio Kuster weckt in Mattias und Marlon den kleinen Wladimir.

    Putin hat unter dem Deckmantel der Demokratie die Krim annektiert. Die Welt interveniert nicht. Schaffhausen wollte seine Bürger fragen, ob sie unter Umständen vielleicht die Gemeindestrukturen irgendwie umbauen möchten. Auftritt Demokratie-Winkelried Claudio Kuster. Der Bund interveniert.

    Die wachstumsgeile Stadt beisst sich am sturen Neuhausen seit Jahren die Fusionszähne aus, und über den «Anschluss» der Gemeinden darf nicht einmal hypothetisch abgestimmt werden. Es kann nur eine Konsequenz geben: Flucht nach vorn. Die Stadt muss sich Russland zum Vorbild nehmen und ihr Territorium ins Ausland vergrössern – und was liegt da näher als Büsingen?

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  • Dreimal Troubadix

    doppelt geköppelt

    Mein lieber Roger, was zum Henker hat Dich denn da geritten? Jetzt gewinnst Du mit deiner Partei mal wieder eine Abstimmung, und dann das. Wo bleibt Dein Selbstbewusstsein? Du veranstaltest eine Vortragsreihe, die den Volksentscheid vom 9. Februar rechtfertigt, und schleimst Dich mit einem Schreiben bei einer «exklusiven Leserschaft» ein, man solle doch bitte die «Weltwoche» abonnieren.

    Am Anfang war noch alles in Ordnung. Kurz nach der Abstimmung hast Du noch dieses grossartige Titelbild mit den Galliern und den Römern veröffentlicht. Ja genau, wir Schweizer gegen die EU. Wie damals Asterix und Obelix gegen die Römer. Das hat mich gepackt, denn ich liebe Asterix und Obelix.

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  • Wir sind keine Helvetier

    Es wird Zeit, der Geschichtsklitterung entgegenzutreten. Die Confoederatio Helvetica gab es nie und wird es nie geben.

    Jeder hat es in der Schule gelernt: Wir sind HelvetierInnen, ein stolzer Keltenstamm, und unsere Vorfahren hatten vor Jahrhunderten die Schweiz besiedelt. Schon Caesar schrieb in seinem «De Bello Gallico»: «Aus diesem Grunde übertreffen auch die Helvetier die übrigen Gallier an Tapferkeit, weil sie sich in fast täglichen Kämpfen mit den Germanen messen, indem sie entweder von ihren eigenen Grenzen sie abwehren oder selbst in deren Lande Krieg führen.»

    Aber: Was ist das eigentlich für ein Quatsch, den uns die Lehrer, diese Intellektuellen, seit Jahr und Tag predigen? Wir, HelvetierInnen? Das mit der Tapferkeit mag ja gut klingen, aber wer sich mit Geschichte auskennt, der weiss, dass die HelvetierInnen ideologisch keinesfalls als unsere Vorfahren gelten können. Wir Schweizer führen jedenfalls bestimmt keinen Krieg mit germanischen Peitschenknallern, wir sind neutral. Und wer in Caesars Berichten über seinen Feldzug in Gallien weiterliest, der stösst auf erschreckende andere Stellen, die der Lappi enthüllen möchte.

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  • Karst, Kripo, Kamera und eine Kampagne

    Die Staatsanwaltschaft will bald über die Ermittlungen zur Causa der Silvesterparty in der Karstgasse 1 informieren. In der bisherigen Berichterstattung gingen einige Fakten vergessen.

    So sieht die «KONSTANZER AMTSSCHÜTTE» heute aus. Bild: Yann Aders

    In der Silvesternacht stieg in der «Konstanzer Amtsschütte», einem Gebäude an der Ecke Platz/Karstgässchen, eine Party ohne Bewilligung der Eigentümer. Nachdem Feuerwerk aus dem Gebäude in Richtung der Feiernden auf dem Platz und Flaschen in die umgekehrte Richtung geflogen waren, beendete die Polizei die Party, nahm die Personalien von rund 20 Personen auf und konfiszierte laut Augenzeugenberichten auch ein Mobiltelefon.

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  • Die lumpigen Pfennige des Konrad B.

    Bätzler, Kreuzer, Taler: Von dreisten Münzmeistern, Schaffhauser Banknoten und einer Frau, der die Stadt ein fundamentales Recht zu verdanken hat.

    Hans Konrad Bucher hatte es satt. Seit dem 4. April 1701 war er nun Münzmeister der Stadt Schaffhausen, doch zu tun hatte er nicht wirklich viel. Die eidgenössische Tagsatzung verbot nämlich im Jahr 1703 allen Städten des Bundes bis auf weiteres, neue Münzen zu prägen. Ein Überfluss an Kleingeld machte den Eidgenossen arg zu schaffen. Für diese dröge Nichtstuerei hatte er, Hans Konrad Bucher, ein ausgewiesener Experte seines Handwerks, doch nicht einen beträchtlichen Zins an die Stadt gezahlt, geschweige denn einen seitenlangen Amtseid geschworen.

    Die wenigen Medaillen, die es hie und da herzustellen galt, brachten dem armen Münzmeister auch nicht sonderlich viel ein. Also musste er sich etwas einfallen lassen, um die Schaffhauser’sche Geldfabrikation wieder in Schwung zu bringen. Immerhin: gewitzt war er, dieser Hans Konrad Bucher.

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  • Flirten, bis es bimmelt

    Im Güterhof verspricht eine Singleparty die ganz schnelle Liebe.

    Mit der Ex-Vize-Miss vor der flirtwand. Hier findet man kreative Eisbrecher-Ideen: «Suche einen Herr mit dunklen Haaren und frag ihn wieso seine letzte Beziehung gescheitert ist» oder «Frag jemanden wie regelmässig sie Rotwein trinkt». Scheiss auf Grammatik, ran an den Speck!

    «Nimm dein Glück selbst in die Hand», forderte der kecke Güterhof-Flyer. «Lass dich treffen» in einem «Flirt-Feuerwerk» mit «Love-Drinks», «Endorphinen» und Julia Flückiger, inklusive Speed-Dating unter «erfahrener Anleitung»! Na, wenn das nicht DER Ansporn ist, dem Klein-Züri an der Schifflände mal wieder eine Chance zu geben. Immerhin lässt sich hier neben Cocktails und Feuerwerk sogar die grosse Liebe finden. Eine kleine Lappi-Delegation packt die Gelegenheit beim Schopf.

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  • Viel Tamtam um wenig Innovation

    Die Hallen für Neue Kunst hätten das Zeug zum attraktiven Kulturplatz. Fehlender Mut zur Veränderung verhindert dies.

    Gleich vorweg: Dieser Text wird keine Lobhudelei auf die Hallen für Neue Kunst sein. Und auch kein Lamento über den eventuellen Abzug des Kunstwerkes «Das Kapital» von Joseph Beuys aus den Hallen. Aus der Sicht von «Schaffhausen Tourismus», wie auch in den Augen mancher PolitikerInnen und anderer Prominenz gehören die Hallen zu den Highlights der Region. Man hört Sätze wie: «Wir waren in Chicago und erzählten den Leuten, dass wir aus Schaffhausen seien, wovon diese aber noch nie gehört hatten. Die Hallen für Neue Kunst jedoch waren ihnen ein Begriff.»

    Die Episode ist zumindest gut erfunden, doch auch wenn sie wahr ist, dürfte sie nicht gerade exemplarisch für die ganze Welt sein. Jedenfalls führt mich mein Weg oft am Eingang der Hallen vorbei und ich habe noch nie festgestellt, dass sich die Cars davor stauen. Bei meinen gelegentlichen Besuchen war ich jeweils ziemlich alleine und so habe ich das Gefühl – ohne Genaueres zu wissen – dass die Zahl der Eintritte eher mässig ist.

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  • Uisge beatha – Water of Life

    Filmverführung

    Luftige Kilts und trinkfeste Raufbolde. Auf ihre Klischees scheinen die Iren und Schotten so stolz zu sein, dass sie auch in Filmen nicht damit geizen.

    Iren und Schotten wird im Allgemeinen eine gewisse Halsstarrigkeit nachgesagt. Wollen die sich doch einfach auch nach Jahrhunderten nicht damit abfi nden, von einem gewissen andern Inselvolk beherrscht zu werden. Separatistenpack, allesamt! Merkwürdig reden tun die auch. (Und nun kommt mir nur nicht mit den Walisern. Genauso schlimm, nur hab ich da keinen passenden Film.) Auf der anderen Seite aber sollen Iren und Schotten (rauf)lustige Gesellen sein, gerne feiern und sich kräftig einen auf die Lampe giessen können. Bevorzugt mit dem Lebenswasser: «uisge beatha» auf gälisch, heutzutage Whisky. Hier drei Filme, die diese Vorurteile untermauern.

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