Auf der Suche nach dem besten Burger der Stadt haben für Euch mit Hilfe eines Profikochs gesucht, gekostet und bewertet.

Ein Abend, zwei Mägen, vier Burger. Wir machen uns auf, den besten Hamburger der Stadt zu finden. Sechs Restaurants wurden uns in einer Facebook-Umfrage empfohlen, vier davon haben wir für den Lappi-Burgertest ausgewählt. Zur fachmännischen Beurteilung von Qualität, Präsentation und Handling der Burger haben wir einen Experten aufgeboten: Julian Kraft, in der Fischerzunft ausgebildeter, heute in der Berner Reitschule tätiger Koch und Gourmand.

Das Programm für den Abend: Kammgarnbeiz, Oberhof, Cardinal, McDonald's. Oder genauer «Förderburger mit Käse und Speck», «Premium Cheese Burger», «Cardinal Bio-Burger» und «Cheeseburger». Aus acht Bewertungskriterien erstellen wir jeweils eine Gesamtnote. Den Preis lassen wir dafür jeweils ausser Acht, auch die Bedienung bewerten wir nicht.

Cardinal: «Bio-Burger»
Mit Salaten und Pommes Frites. Der Burger kann auch kleiner oder ohne Beilagen bestellt werden.
Highlight: Knuspriger Speck macht einfach alles noch besser!
Kritik: Garnituren im Burger sind etwas zu grob geschnitten.
Preis: CHF 23 Gesamtwertung: 7.625 von 10
McDonald's: «Cheeseburger»
Ein sehr kleiner Happen, dazu gibt's ziemlich gute Pommes.
Highlight: Es gibt wohl keinen Burger, den man schneller essen kann.
Kritik: «Fleisch» statt Fleisch und «Brot» statt Brot.
Preis: CHF 6.40 Gesamtwertung: 2.375 von 10
Oberhof: «Premium Cheese Burger»
Dazu gibt's ein kleines, aber sehr leckeres Coleslaw und Pommes Frites.
Highlight: Der Kellner fragt nach der gewünschten Garstufe des Fleisches.
Kritik: Sauce und Gemüse im Burger sind etwas langweilig.
Preis: CHF 31 Gesamtwertung: 7.625 von 10
Kammgarn: «Förderburger»
Serviert mit Country Cuts und Coleslaw, das aber eher ein Rüeblisalat war.
Highlight: Im Burger hat es sowohl frische als auch glasierte Zwiebeln – super Idee!
Kritik: Fleisch und Country Cuts zu wenig gesalzen.
Preis: CHF 19.50 Gesamtwertung: 5.875 von 10

Kammgarn

Erste Station: Kammgarn. Der Preis von 19.50 Franken beinhaltet laut Karte «einen Förderstutz an den Förderverein Contempo». Dazu gibt’s Country Cuts und Coleslaw. Unser Profikoch testet zuerst das Handling. «Einen Burger isst man auf keinen Fall mit Messer und Gabel, sondern von Hand», postuliert er. Einen Burger herzustellen, den man gut von Hand essen könne, sei eine Herausforderung an den Koch. Der «Förderburger» ist in Sachen Handling in Ordnung. Insgesamt bleibt der Kammgarn-Burger hinter den Erwartungen zurück, vor allem das Fleisch überzeugt uns überhaupt nicht. Den auf der Speisekarte versprochenen Speck suchen wir vergebens.

Oberhof

Im Oberhof kostet der «Premium Cheese Burger» stolze 31 Franken. Als wir ihn bestellen, fragt der Kellner nach der gewünschten Garstufe – unser Profikoch ist begeistert. Das Patty besteht zu drei Vierteln aus Rindshuft und zu einem Viertel aus Kalbshuft. Bereits beim ersten Bissen ist klar: Bestnote für das Fleisch. Für einen so hohen Burger ist das Handling überraschend gut, was wohl auch am stabilen und schmackhaften Vollkornbrötchen liegt. Auch Coleslaw und Fries sind sehr gut, aber nicht besonders liebevoll angerichtet. Sauce und Garnituren im Burger sind eher unspektakulär, die Priorität liegt im Oberhof ganz eindeutig auf dem Fleisch.

Cardinal

Der «Cardinal Bio-Burger» war im Online­voting der Lappi-LeserInnen ganz eindeutig der Favorit. Im Cardinal ist die Portion sehr gross, kann aber auch kleiner bestellt werden. Und obwohl Pommes Frites und Salat auf dem Teller kaum Platz haben, finden wir die Präsentation des Menues hier am besten. Der Burger ist mit einem Wort als währschaft zu bezeichnen. Das Brot ist das gleiche wie im Oberhof – «die haben uns das abgeschaut», ist die Bedienung überzeugt. Zwiebeln und Gurken sind etwas dick geschnitten und schaden dem Handling. Der Tester ist vom dritten Burger des Abends sehr angetan, auch wenn die Fleischqualität des Oberhof-Burgers im Cardinal bei einem Preis von 23 Franken natürlich nicht erreicht werden kann. Dafür ist das Fleisch Bio, und der knusprige Speck gibt Pluspunkte.

Mc Donald's

Mit zugegeben schon etwas vollem Magen nehmen wir den Hamburger bei McDonald's in Angriff. Das Patty ist labbrig, dünn und etwas versteckt zwischen zwei Schwämmen, die als Brot durchgehen. Garnituren bedeutet hier Essiggurke, Sauce ist gleich Ketchup. Als Beilage gibt es im Standard-Menu nur Pommes, diese sind aber recht gut. Punkten kann dieser Burger eigentlich nur beim Handling. «Man kann ihn zusammenfalten oder sogar rollen», bemerkt der Testesser.

Beim Berechnen der Gesamtwertung aus den Punktezahlen der einzelnen Kriterien merken wir, dass sich zwei Burger den ersten Rang exakt teilen. Unser Fazit: Wer einen richtig guten Burger mit liebevoll präsentierten Beilagen zu einem günstigen Preis essen will, ist im Cardinal an der richtigen Adresse. Wer Wert auf höchste Fleischqualität legt und dafür auch gerne etwas mehr zahlt, findet seinen Burger im Oberhof.

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