Die Lappi-Redaktion übt schon mal Performationskunst.

Im Herblingertal entsteht bald ein monumentaler Kulturraum mit integrierter Industriebrache. Dahinter steht ein kunstaffiner Doyen, der am Vorhaben um der hehren Sache willen festhält, obwohl das Stimmvolk seinen Pioniergeist nicht versteht und ihm die finanzielle Unterstützung verweigert. Aniello Fontana – ein wahrer  Wohltäter.

Er, der sich bisher als Experte in Immobilienfragen mit Führungserfahrung als Fussballförderer ausgezeichnet hat, wird seiner Vordenkerrolle erneut gerecht. Mit radikalen Neuerungen sprengt der stadtplanerische Visionär den Rahmen konventioneller Gebäudenutzung und macht sich zum Vordenker und Mäzen der Performance- und Investitionskunst.

Fontana installiert sein «Kapital» im «authentischen Raum Herblingertal». «Es besteht aus einer grossen Anzahl unterschiedlicher Gegenstände, deren Zusammenhang sich nicht unmittelbar erschliesst», wie die Fachliteratur* das Werk beschreibt.

Fontanas Installation sei formal konsequent einem Beton-Rasen-Kontrast verpflichtet, schwärmen KunstkennerInnen. «Als Spielstandsanzeige hängen da schwarze Tafeln, die mit weisser Kreide beschrieben sind, dunkle technische Apparaturen und die grosse schwarze Fläche des dunkelgrauen Gebäudeflügels kontrastieren mit dem hellen Grün der Unterlage, angedeutete Zapfsäulen und die integrierte Performationskunst fügen sich in diese konsequente Ästhetik.»

Fontana hat sogar ein eigenes Kollektiv von fast zwei Dutzend Künstlern engagiert, die jeweils neunzigminütige Performances zeigen. «Des 22 Mannen kurze Hös», so der kryptische Arbeitstitel des performativen Akts, dessen Proben bereits auf der Breite begonnen haben – eine Antithese zur kommerziell orientierten Mainstreamkunst. Damit werden Nischenartisten bewusst gefördert, höchstens 1’500 Kunstbegeisterte erwartet Mäzen Fontana pro Akt.

Parallel zu den institutionalisierten Vorführungen soll auch Platz für Ad-hoc-Gatherings entstehen, gemäss soziologischen Studien die gesellschaftlich wertvollste Art der kreativen Raumnutzung. Zu diesem Zweck baut Fontana 6’500 zusätzliche, für den Laien vermeintlich überflüssige Sitzplätze. Mit der Bemerkung, diese sollen spontan beispielsweise für Gottesdienste noch unbekannter Glaubensgemeinschaften genutzt werden, beweist der Mäzen ein Flair für das Abstrakte. Der Rahmen werde hier bewusst offen gelassen, lässt er sich zitieren. So sollen gesellschaftlich wertvollste Symbiosen entstehen.

Die ungeahnten Möglichkeiten dieses zukunftsträchtigen Kunstortes von weltweiter Ausstrahlung verschaffen Schaffhausen den lang ersehnten Standortvorteil. Aniello Fontana – Standortförderer der Herzen.

* aus: Museumsführer «Hallen für Neue Kunst» bzw. Museumsführer «Lipo-Park»

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