Der parteilose Schaffhauser Ständerat Thomas Minder tritt mit nicht gerade zurückhaltenden Worten («Weltpremiere des Blödsinns», «Spinnerei», «1,4 Milliarden teurer Pannenstreifen») gegen die zweite Gotthardröhre an. Ungünstigerweise ist die SVP, deren Fraktion Minder in Bern angehört, ziemlich autophil. Der Aargauer SVP-Nationalrat und notorische Auto-Lobbyist Ulrich Giezendanner findet deshalb, Minder müsse aus der SVP-Fraktion austreten. Thomas Minders Abstimmungsverhalten zeigt: Dort hat er ohnehin nie hingepasst.

Vor einem Jahr ergab eine Analyse von Minders Abstimmungsverhalten durch den Schaffhauser Politologen Jimmy Sauter, dass der Parteilose mit der CVP die grösste, mit der SVP die kleinste Übereinstimmung hatte. Die aktualisierten Zahlen zeigen ein kaum verändertes Bild: Mit keiner Partei ist Minder seltener einig als mit der SVP. Sogar die SP stimmt häufiger mit ihm als seine eigene Fraktion.

Die grösste Übereinstimmung hat Thomas Minder, der im Herbst zur Wiederwahl antritt, mit der BDP – diese hat allerdings nur einen Sitz in der kleinen Kammer (Werner Luginbühl, BE). Aussagekräftiger ist deshalb die fast ebenso grosse Nähe zur CVP/CSP-Fraktion, die mit 12 Vertretern mehr Ständeräte stellt als jede andere Partei. Auch die GLP, die SP, die FDP und die Grünen sind Thomas Minder – gemäss den Schlussabstimmungen im Ständerat – allesamt näher als die SVP.

Die ganze Analyse gibt es auf Jimmy Sauters Blog.

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden von uns überprüft, bevor sie angezeigt werden. Kommentare mit unbegründeten Beleidigungen, rassistischen Äusserungen sowie Spam und Werbung werden von uns nicht freigeschaltet.

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Sicherheitscode
Aktualisieren