Düster, kolossal, dreckig: Das Debüt von MOSA Nature wühlt auf.

«mosa nature ep» ist über ihre Facebookseite erhältlich. Unten findest Du den Track «Mind Games Forever».

Der düstere Groove der Band MOSA Nature nahm mich sofort gefangen. Damals, im Herbst 2012, in ihrem winzigen Übungskeller an der Bachstrasse. Dieser ungemein energiegeladene, manchmal gespenstische, aber immer fein orchestrierte Postrock – das hatte ich noch nie gehört. Schon gar nicht im beschaulichen Schaffhausen.

Heutige, neoliberale Ideale könnten mehr mit den 68ern zu tun haben, als den Linken lieb ist. Christian Koller im Gespräch über Ursachen und Nachwirkungen der Bewegung.

christian koller ist titularprofessor für geschichte der ­neuzeit an der Universität Zürich und Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs.

Zwei Weltkriege, der Eiserne Vorhang, die Ermordung von Martin Luther King und der Einsatz von Agent Orange brachten die Leute auf die Strasse. Die Utopie einer sozialistischen Gesellschaft, in welcher das Individuum im Zentrum steht, sollte endlich Realität werden. Das hat ja nicht wirklich geklappt. Christian Koller, wie sehen Sie das?

Der Lappi hat bei den beiden linken Parteien in Schaffhausen nachgefragt, was mit der linken Bewegung los ist. In den 68er Jahren zeigte sich die Bewegung in verschiedenen Facetten. Kulturgruppen und zahlreiche - zum Teil revolutionäre - Parteien versuchten nicht nur, sondern schafften es auch, ihren Ideen zum Druchbruch zu verhelfen. Wer aber ist heute noch dazu fähig, neue Ideen zu entwickeln und durchzusetzen?

Hat die SP den Anschluss an die Bewegung verloren und scheut die Konfrontation? Oder ist die AL als kleinere der beiden linken Parteien doch nur ein lokales, vorübergehendes Symptom, das noch lange keine Bewegung ausmacht? Der ehemalige Präsident der SP Schweiz, Hans-Jürg Fehr, und AL-Mitbegründer Florian Keller legen ihre Sicht der Dinge dar.

Die jungen Wilden haben im Schaffhausen der Siebzigerjahre vieles aufgebaut. 1978 gipfelte ihr Engagement in der Gründung der Fass-Genossenschaft, die bald zum Kulturzentrum avancierte. Von den damaligen Projekten ist wenig übrig geblieben.

Die «Aktion Rhy» hat erfolgreich gegen den Bau einer autobahn durch den schaaren protestiert (hier auf dem Rhein unterhalb von Diessenhofen). Bild © René Uhlmann

Die 68er-Generation ist als Bewegung bekannt geworden. Als ein Aufbegehren der langhaarigen RevoluzzerInnen, der kommunistischen UmstürzlerInnen und der freiheitsliebenden VordenkerInnen. Sie wollten unsere Gesellschaft verändern – und haben dies auch getan. Doch über die Jahre hat sich die Bewegung verlangsamt und ist beinahe zum Stillstand gekommen.

Durch Zufall wurde 1990 der Überwachungsstaat Schweiz zur Tatsache. Für viele Betroffene war das wohl nur die Bestätigung eines lange gehegten Verdachts.

In was für ein Wespennest sie da stechen würde, ahnte die PUK (Parlamentarische Untersuchungskommission) in der Affäre Elisabeth Kopp wohl nicht, als sie 1989 in den Bundesarchiven zu ermitteln begann. Da war die Bundesrätin, die Interna weitergegeben hatte, plötzlich nur noch die Spitze des Eisbergs: Während ihrer Recherchen stiess die PUK auf die Dateisammlung der Bundesanwaltschaft, ein Karteisystem zur Überwachung tausender Schweizer BürgerInnen und Armeeangehöriger.

Grund des Misstrauens war die latente Angst vor einem neuen Krieg, vor einer Invasion durch das kommunistische Russland. Rund zehn Prozent der Bevölkerung waren betroffen. Jeder, der in irgendeiner Weise aus der Norm fiel, wurde zum potentiellen Staatsfeind und Landesverräter. Dass in dieser Hysterie oft falsche, ungenaue oder völlig belanglose Informationen gesammelt wurden, war offenbar nebensächlich, wie auch die Frage nach der Legalität eines solchen Vorgehens.

Er stand auf der anderen Seite: Michael E. Dreher studierte an der HSG und war Mitglied der FDP. Die 68er waren für ihn keine ­Feinde – er nahm sie schlicht nicht ernst.

Michael E. ­Dreher wurde 1944 in Schaffhausen geboren und verbrachte hier seine Jugendjahre. 1985 gründete er die Autopartei, bekannt wurde er 1988 mit dem Zitat, man solle «Linke und Grüne an die Wand nageln und mit dem flammenwerfer drüber». Von 1987 bis 1999 sass er für die Freiheitspartei, die Nachfolgerin der Autopartei, im Nationalrat. Seit 2001 ist er Mitglied der SVP.

Michael Dreher, 1968 warst Du 24 Jahre alt. Wieso bist Du kein 68er geworden?

Der Erstling von Marco 3000 rockt und funkt mit starkem ­Schaffhauser Groove. Aus den Boxen dröhnt es deutlich: «Ich bin noch da!»

Was sind schon fünf Songs? Verdammt viel, wenn es um diese fünf hier geht: «Gizmos wedding», «Bar with balls», «Rosa», «City called Schaffhausen» und «Rumpelblues» – allesamt auf der allerersten Platte von Marco 3000. In diesen fünf Songs stecken fünf Jahre harte Arbeit. Aber von vorn.

Das Ein-Mann-Trash-Musik-Phänomen Marco Del Ferro (der Schaffhauser mit italienischen Wurzeln spielt die Gitarre wie ein Funk-Bassist, der zu viel Punk gehört hat, und covert derart Songs von Stahlberger oder Jovanotti) arbeitet 2009 erstmals an eigenen Songs. Und um sich den Kindheitstraum von der eigenen Platte zu erfüllen, gründet er mit Marc Zimmermann am Bass und Regi Hauser am Schlagzeug eine Band: Marco 3000.

Auf der Suche nach dem besten Burger der Stadt haben für Euch mit Hilfe eines Profikochs gesucht, gekostet und bewertet.

Ein Abend, zwei Mägen, vier Burger. Wir machen uns auf, den besten Hamburger der Stadt zu finden. Sechs Restaurants wurden uns in einer Facebook-Umfrage empfohlen, vier davon haben wir für den Lappi-Burgertest ausgewählt. Zur fachmännischen Beurteilung von Qualität, Präsentation und Handling der Burger haben wir einen Experten aufgeboten: Julian Kraft, in der Fischerzunft ausgebildeter, heute in der Berner Reitschule tätiger Koch und Gourmand.

Das Programm für den Abend: Kammgarnbeiz, Oberhof, Cardinal, McDonald's. Oder genauer «Förderburger mit Käse und Speck», «Premium Cheese Burger», «Cardinal Bio-Burger» und «Cheeseburger». Aus acht Bewertungskriterien erstellen wir jeweils eine Gesamtnote. Den Preis lassen wir dafür jeweils ausser Acht, auch die Bedienung bewerten wir nicht.