In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch feierten die Kadetten Schaffhausen im Cuba Club ihren achten Meistertitel. Mit dabei: der Wanderpokal der Swiss Handball League. Mitten in der Nacht war die Trophäe plötzlich verschwunden.

Am Mittwoch Morgen meldete sich der «Entführer» bei der Lappi-Redaktion. Er habe den Pokal spontan mitgenommen und wolle diesen – unter bestimmten Voraussetzungen – anonym an die Kadetten zurückgeben.

Der Regierungsrat hat heute den überarbeiteten Voranschlag 2015 präsentiert. Das neue Budget sieht einen deutlich besseren Abschluss vor als das von der Stimmbevölkerung am 12. April abgelehnte erste Budget.

Das Defizit ist um 22.2 Millionen Franken kleiner und beträgt neu 6.9 Millionen Franken. Diese Verbesserung ist auf eine Reihe von neuen Informationen zurückzuführen, die seit dem Beschluss des alten Budgets bekannt wurden. Eingeflossen sind unter anderem der inzwischen bekannte, besser als erwartet ausfallende Abschluss der Rechnung 2014 sowie die höheren Ausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank und Schaffhauser Kantonalbank. Ausserdem wird mit um 14.6 Millionen Franken höheren Steuereinnahmen gerechnet und die Kosten der Verbilligung der Krankenkassenprämien werden etwas tiefer ausfallen. Auf der anderen Seite fallen Ausschüttungen der Axpo weg und die Beiträge an private und ausserkantonale Spitäler sowie an Heime und Pflege mussten um 7.3 Millionen Franken höher Budgetiert werden.

Der Schaffhauser Mundart-Troubadour Christoph Bürgin veröffentlicht sein erstes Solo-Album. Für ihn ist Dieter Wiesmann «dä Scheff».

Trotz seiner gemütlichen Zurückhaltung: Christoph Bürgin ist ein kerniger Typ, fast zu freundlich für diese Welt, aber kernig. Er mag: urchige Schaffhauser Mundart, Folkmusik, Country, eine Prise Jazz und Blues; Anekdoten, von uralt bis nur alt, und neue Geschichten. Und er liebt es, diese Stories selbst zu erzählen – in selbigem Dialekt und umrahmt von selbiger Musik.

58 Jahre alt musste Bürgin werden, um das zu tun. Nun veröffentlicht der Musiker sein erstes Soloalbum, «Chömmer so lo» heisst es, elf Mundartlieder sind drauf, und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Scheibe, «miini Chischte», nennt Bürgin sie, kann durchaus so belassen werden, wie sie ist.

Pedro Lenz bringt die Provinz und ihre Leute literarisch zum Glänzen. Bei einem Kaffee fand der Lappi heraus, wie er das macht und warum er davon fasziniert ist. Schaffhausen kennt er noch aus Kindertagen.

Pedro Lenz ist Dichter, Autor, kann eine statisch korrekte mauer aufziehen und hat eine Ahnung von spanischer Literatur. Seit 2001 begeistert er mit seinen Geschichten über den Alltag und wie man sich als relativ normaler Mensch damit arrangiert.

Das Fenster oberhalb des Restaurants «Flügelrad» in Olten, gleich hinter den Bahngeleisen, geht auf, und Pedro ruft runter, dass die Beiz grad zu sei. Wir müssten uns was anderes für den Kaffeeklatsch suchen. Im Gleis 13, keine 50 Meter entfernt, finden wir Platz. Pedro muss später nach Adelboden für einen Auftritt, und mit einer seiner Kolumnen ist er auch im Verzug, aber der Espresso muss jetzt sein. Neben den Lesungen sei er gerade mit dem Film «Mitten ins Land» auf Kinotour, erzählt er. «Die zwei Filmemacher wollten einen kleinen Dokumentarfilm über Olten drehen, hier ist die Stunde Null des Bahnverkehrs, der Mittelpunkt des Landes. Daraus ist dann ein Porträt über die Stadt und einige Bewohner entstanden.»

Ein Blick in die historischen Quellen zeigt: Schon lange bevor es «Schaffhauserland Tourismus» gab, strömten Fremde in unsere Region. Chef-Standortförderer war seit dem Mittelalter der Rheinfall.

Der Heilige Konrad von Konstanz beobachtet zwei Vögel, die ruhelos über dem Rheinfall kreisen – und erkennt in ihnen sündige Seelen, die so für ihre Vergehen büssen müssen. Diese Legende ist die früheste schriftliche Quelle, die den Rheinfall erwähnt, obschon er darin eher eine Nebenrolle spielt – schliesslich geht es um die Vögel. Sichere Belege für Rheinfallbesuche um des Rheinfalls willen gibt es ab dem 15. Jahrhundert; ohne Zweifel waren die Menschen aber auch schon vorher von den tosenden Wassermassen fasziniert. Wie wir im letzten Sommer erfahren durften, gab es aber auch andere Gründe, die Stadt zu besuchen, nämlich um den Ritterspielen beizuwohnen – so berichteten bereits zwei Spanier, die während ihrer Teilnahme am Basler Konzil einen Abstecher nach Schaffhausen machten, ausführlich von diesem Schauspiel.

Beim Erfolgstest mittels Balken und Kurven rasselt das Schaffhauser ­Standortmarketing durch.

Die Schaffhauser Medien versuchen krampfhaft, jede Hundsverlochete als kulturellen Höhenflug zu verkaufen. Unsere Diagnose: akutes Lövaas-Syndrom.

«Im Altersheim Wiesli wurde uns dieser Tage ein seltener Genuss zuteil», heisst es in den «Schaffhauser Nachrichten». «Die bekannte Sängerin Kari Lövaas mit ihrer wunderbaren Stimme war, in Begleitung der Pianistin Elisabeth Ulmer, zu Gast und sang ein Repertoire von Liedern, mit welchem ihre Stimme (auch akustisch) voll Klang zu hören war.» Das «Wiesli» habe in einen Begeisterungssturm eingestimmt.

Echtes Standortmarketing wäre ganz einfach. Der Lappi hat ein paar Vorschläge, die Schaffhausen deutlich attraktiver machen würden.

Das «kleine Paradies» ist Geschichte. Die Kampagne der Wirtschaftsförderung wurde nach sechs Jahren im Zuge des Sparpaketes ESH4 endgültig beerdigt. Das Prestigeprojekt der Generis AG, am Boden. Gut so, finden wir. Mit Hochglanzbeilagen und Sprüchen wie «In Schaffhausen haben Väter mehr Freizeit» in Zürcher Trams lockt man sowieso keine Steuerzahler an.