Auslese

Nach der Krise ist vor der Krise. So könnte man den Titel des Buches von Roger de Weck, designierter Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), ergänzen. Auf knappen 112 Seiten übt er sich in fundamentaler Kritik an der heutigen Wirtschaftsordnung.

«Die Weltwirtschaft erfüllt ihre Kernaufgabe nicht, nämlich die Menschen zu ernähren», zitiert er Nobelpreisträger Amartya Sen. Und erklärt mit den Worten von John Kenneth Galbraith: «Eine mächtige Firma hat den Markt nach besten Kräften den eigenen Planungszielen dienstbar gemacht.» Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse spielt dabei nur eine sekundäre Rolle. Die Massnahmen, die nach der Krise breit diskutiert wurden, hält de Weck für zu kurzsichtig.

Historique

Alle reden von ihr. «Die Wirtschaft». Das grosse Ganze. Der Mythos. – Doch wo sind die Menschen dahinter? Wäre es nicht sinnvoller, vom Kleinen auf’s Grosse zu schliessen, vom Individuum auf die Masse?

Der Lappihistoriker findet: Jawohl, genau so ist es. Darum wagen wir heute eine Reise in die Vergangenheit und betrachten drei Schaffhauser Persönlichkeiten: Den Urs, den Hans und den Peter.

Der Urs, der bettelt, der Hans, der bäckt und der Peter, der handelt mit Wein. Doch hat der Peter ein Problem: Der Rotwein, den der Bäcker Hans und alle seine Freunde so gerne trinken, lässt sich schlecht anbauen und der Weisswein ist so verdammt sauer, dass ihn niemand kaufen will. Da er seinen Wein aber nicht einfach dem armen Urs schenken will, nimmt der Händler Peter ein fragwürdiges Rezept zu Hilfe: Das Färben des Weissweins mit Vogelbeeren.

Auslese

Die 225 reichsten Menschen besitzen mehr, als die ärmere Hälfte der Welt. Als ehemaliger Chefstatistiker des Kantons Zürich kennt Hans Kissling die Zahlen, die belegen, dass die Vermögen in der Schweiz, die als entwickeltes, demokratisches Land mit breitem Mittelstand gilt, sogar noch ungleicher verteilt sind als im weltweiten Durchschnitt. Im Kanton Zürich besitzen die reichsten drei Personen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte aller Steuerpflichtigen. Die hundert Reichsten besitzen gleich viel wie 550'000 oder drei Viertel aller Steuerpflichtigen.

Doch Kissling liefert nicht nur Zahlen, er bezieht auch Stellung. Die Eigentumsordnung der Marktwirtschaft hält er für gerechtfertigt, wenn nur die persönlichen Fähigkeiten darüber bestimmen, wer für Führungspositionen ausgewählt wird und hohe Einkommen erhält. Eine Marktwirtschaft, in der Chancengleichheit herrscht, steht im Gegensatz zum Feudalismus, wo die Höhe der Einkommen davon abhängt, in welche Familie man hineingeboren wurde.

Auslese

Islamisten, die mit Coca Cola-Spendendosen Geld für den Jihad sammeln. Ku-Klux-Klan Anführer, die sich das N-Wort verbieten. Jon Ronson trifft Extremistenführer der westlichen Welt.

In jeder Extremistengruppe stösst Ronson auf die Überzeugung, dass eine kleine Elite das Weltgeschehen lenkt. Er macht sich auf die Suche nach der Kommandozentrale dieser Elite. Dabei schleicht er sich mit Verschwörungstheoretiker Alex Jones in eine Ferienresidenz für Gutbetuchte, wo er ein okkultes Eulenritual beobachtet und wird von Sicherheitsleuten verfolgt, als er sich in Spanien zu nahe an den vor der Öffentlichkeit verborgenen Austragungsort einer Bilderberg-Konferenz heranwagt.

Auslese

Seit der französischen Revolution ist die Unterscheidung zwischen «Links» und «Rechts» ein prägendes Merkmal der Politik. Obwohl jeder politisch Interessierte weiss, wo in diesem Spektrum er steht, gehen die Meinungen, was denn nun links oder rechts ist, auseinander.

Im Umfeld der 2006 gerade im Entstehen begriffenen deutschen Partei «Die Linke» hat der Philosoph Michael Brie zusammen mit dem Geschichtswissenschaftler Christoph Spehr einen Grundlagentext verfasst. Angesichts der historischen Erfahrungen mit dem gescheiterten Sowjetkommunismus und der zunehmend in die politische Mitte abdriftenden Sozialdemokratie fragen sie sich, welche Elemente die Basis zeitgemässer linker Positionen sind.

Neuer bauernschlauer Lappi

Der Lappi-Saat ist ausgebracht. Die neue Ausgabe ist in den Kiosken an der Vorstadt, am Löwengässchen und an der Schifflände sowie im Bücherschoch, im Bücherfass, im Lieblings und im Neustadt-Lade erhältlich. Du kannst das Magazin aber auch gleich hier Abonnieren.

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