thomas leuzinger und marlon rusch sagen «Nein».

2016, der Lappi geht ins verflixte siebte Jahr. Trotzdem müssen wir immer wieder feststellen, dass es einige unser Magazin betreffende Missverständnisse gibt, die sich hartnäckig halten. Damit wollen wir hiermit ein für allemal aufräumen:

NEIN, wir sind nicht die AL. Der Lappi startete zwar im Jahr 2009 als Projekt der AL, wird aber seit 2011 von einem eigenständigen, vernünftigen Verein herausgegeben.

Mattias Greuter würde lieber die Regierung dumpen.

Mit der Unternehmenssteuerreform III beugt sich der Bundesrat dem Druck der OECD und macht den Steuerprivilegien für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften ein Ende. Die Schweiz darf nicht länger eine Steueroase für sympathische Konzerne wie Glencore (Zug) und Walmart (Schaffhausen) sein. In Schaffhausen zahlen die internationalen Champions der Steueroptimierung nur rund halb so viel wie «normale» Firmen. Und dabei sind andere Steuergeschenke, welche die Wirtschaftsförderung Ansiedlungswilligen auch weiterhin vermitteln wird, noch nicht einmal eingerechnet.

Nach der Unternehmenssteuerreform III wird es in jedem Kanton einen einheitlichen Steuersatz für alle Unternehmensformen geben. Travail Suisse befürchtet, dass sich dadurch der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen noch verschärft. Das ist schon jetzt Tatsache – Jahre, bevor die Reform in Kraft treten soll. Mehrere Kantone kündeten Steuersätze an, die zu den tiefsten Europas gehören. Ganz vorne dabei: Schaffhausen. Sie setzen damit alle anderen Kantone unter Druck, nachzuziehen.

«Entschuldigung, ich muss kurz austreten», sprach Thomas Holenstein in überschäumender Inkompetinenz, und mit goldigen Prognosen markierte er den Standort als Schaffhauser Natursektland. Dieses war sein letzter Seich.

Das Fazit nach 15 Jahren Wirtschaftsförderung und Standortmarketing unter Thomas Holenstein fällt ernüchternd aus: Die Stadt Schaffhausen ist im Städteranking der «Bilanz» auf den 53. Rang von 143 Städten zurückgefallen. Für die 15.-grösste Stadt müsste der 15. Rang das Ziel sein – solange wir von Städten wie Wallisellen, Volketswil und Olten (ohne Seich!) geschlagen werden, gibt es bestimmt noch Verbesserungspotenzial.

Thomas Leuzinger über die Kommunikationsverweigerung der FCS-Verantwortlichen und unnötige Pauschalurteile.

Ein Eigentor schiessen, hinten hinein stehen, eine Blutgrätsche machen … Es gibt viele Fussball-Metaphern, die auf die Kommunikation des FC Schaffhausen zutreffen. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause haben sich die FCS-Verantwortlichen auf jeden Fall mit einem Steilpass an die Medien ins Abseits befördert.

Das Klischee des betrunkenen, dumm grölenden und gewalttätigen Hooligans wurde in den vergangenen Jahren oft genug gepflegt, das sollte den Verantwortlichen eines Fussballclubs bekannt sein. Diese pauschale Verurteilung mit undifferenzierten Stellungnahmen – wie sie der FC Schaffhausen im Dezember veröffentlichte – weiter zu zementieren, kann nicht im Interesse einer friedlichen Fussballszene sein.

Thomas Leuzinger über den neuen Musiklappi und langweilige Konzertberichtli.

Die Schaffhauser Musikszene wird sträflich vernachlässigt. Nicht unbedingt von den KonzertveranstalterInnen, aber von den Medien. Mal eine Vorschau, mal ein Konzertbericht mit Föteli. Das kann nicht alles sein. Deshalb springen wir in die Bresche und legen hiermit den ersten Musiklappi vor.

Mindestens 80 Bands soll es in Schaffhausen geben, schätzt die Bandunion, welche die Anliegen der Musikschaffenden vertreten will. Es gibt aber wohl eher mehr Bands, denn die Szene wandelt sich schnell, viele MusikerInnen gründen zweite und dritte Bandprojekte und Nachwuchs rückt nach.

Thomas Leuzinger und Mattias Greuter schreiben gern für die Beckenstube.

Aus Angst, falsch zu liegen, geben die Schweizer Medien selten Prognosen ab. Der Lappi hingegen wagt das immer wieder. Zuletzt im Sommer, als wir zutreffend «über die kommende Wahlniederlage der grünen Parteien» schrieben. Leider als falsch erwiesen hat sich die Einschätzung: «Der Mann mit dem ehrlichen Mittelscheitel sammelt bei Exekutivwahlen eine Niederlage nach der anderen» (gemeint war Preisig, nicht Rohner).

Neue Aktualität hat ein Kommentar erhalten, den wir vor gut einem Jahr verfassten, als die Regierung erstmals andeutete, dass sie ein weiteres Sparpaket schnüren will. «Das Sparpaket liegt auf der Strasse», verkündeten wir, und machten eine Reihe von Vorschlägen, beginnend mit: «Als Erstes gehört die Paradieskampagne ersatzlos gestrichen.»

Thomas Leuzinger und Marlon Rusch über die 68er und ihren Rückzug aus den Institutionen.

Die 68er kennen wir zur Genüge. LSD, Blümchen und lange Haare. Alte provozieren, Kiffen und Ideen aus dem Osten gut finden. Für den Weltfrieden einstehen und eine WG gründen.

Ursprünglich wollten wir dieses Dossier schreiben, um den alten 68ern vorzuwerfen, dass sie träge geworden sind und ihre Projekte in die Vergangenheit gehören, in der Gegenwart aber nicht mehr überlebensfähig sind. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Thomas Leuzinger über das Verwirrspiel der Regierung beim Sparpaket ESH4.

Der Regierungsrat hat uns im September mit einer 132-seitigen Sparvorlage die Zukunft des Kantons und seiner Gemeinden vorgestellt. Es ist eine Zukunft, in der nichts besser wird. Vor allem nicht für diejenigen, die finanziell schon heute weniger gut dastehen – SchülerIn­nen, Pflegebedürftige, IV- und Ergänzungsleistungs-BezügerInnen. Die Regierung will diskussionslos streichen.

Der Lappi legt mit dieser Sonderausgabe zwar keinen annähernd so umfangreichen Papierberg vor. Aber wir versuchen auch nicht, mit Beamten-Deutsch und nur ansatzweise verständlichen Auflistungen die Leute von den Kernaussagen fernzuhalten.

Neuer bauernschlauer Lappi

Der Lappi-Saat ist ausgebracht. Die neue Ausgabe ist in den Kiosken an der Vorstadt, am Löwengässchen und an der Schifflände sowie im Bücherschoch, im Bücherfass, im Lieblings und im Neustadt-Lade erhältlich. Du kannst das Magazin aber auch gleich hier Abonnieren.

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