Ausgabe 6: Mattias Greuter und Thomas Leuzinger über das Sensorium des Lappi und die Kehrtwende der Schaffhauser Regierung in der Energiepolitik.

Verschwörungstheoretiker weltweit dürften sich wegen der prophetischen Aussagekraft um die neue Ausgabe unseres Magazins reissen. Auch wenn wir an dieser Stelle jegliche Zusammenarbeit mit korrupten japanischen Atomlobbyisten, verpennten Behörden und sämtlichen Freimaurerlogen entschlossen von der Hand weisen, sind wir doch ein bisschen stolz auf den Spürsinn, den wir mit der Wahl unseres letzten Dossierthemas zweifellos bewiesen haben. Zwei Wochen bevor Fukushima die Diskussion über Atomausstieg und erneuerbare Energien weltweit in Gang gebracht hat, hat der Lappi genau diese Diskussion gefordert.

Regierungsrat Reto Dubach sagte im Februar gegenüber unseren Redaktoren noch, dass «die Regierung eine Aussage über einen möglichen Atomausstieg erst machen kann, wenn die Abklärungen fertig sind». Das sind sie zwar noch nicht, doch nach Fukushima hat der Axpo-Verwaltungsrat Dubach plötzlich bekanntgegeben, die Regierung strebe «so rasch wie möglich» einen Ausstieg aus der Kernenergie an. Geht doch.

Natürlich rechnen wir aufgrund des jetzigen Dossierthemas fest damit, dass in den nächsten Wochen eine gigantische Flüchtlingswelle aus Nordafrika und dem mittleren Osten die Schweiz erreichen und neue Aspekte in den verstockten Diskurs über Immigration und Integration einbringen wird. Denn heute wird die Debatte beherrscht von populistischen Angstmachern, die uns einzutrichtern versuchen, Einwanderer seien a priori eine Gefahr für Wohlstand und Sicherheit der Insel Schweiz. Dabei hat sie es immer verstanden, von Einwanderern zu profitieren. Heute ermöglichen sie Wirtschaftswachstum und dämpfen die Überalterung.

Bei allem Stolz auf die letzte Ausgabe: Ein bisschen beleidigt sind wir doch. Denn trotz dem erstaunlichen Sensorium für den Zeitgeist der kommenden Wochen stösst der Lappi, das einzige Schaffhauser Politikmagazin, auf sehr wenig Medienecho und war nicht einmal zur Podiumsdiskussion «Medienvielfalt und Qualitätsanspruch» im April geladen, an dem Vertreter verschiedener, vor allem lokaler Medien über die neuen Herausforderungen für diese diskutierten. National hingegen wird der kleine Stichler aus Schaffhausen durchaus wahrgenommen: Im Medienindex von Swissinfo.ch (eine Zweitniederlassung der SRG), der die wichtigsten 69 Printprodukte der Deutschschweiz auflistet, ist der Lappi als eine von nur drei Schaffhauser Publikationen vertreten. Die Ausgabe in ihren Händen wird übrigens erstmals vom neu gegründeten Verein Das Forum herausgegeben.

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Neuer bauernschlauer Lappi

Der Lappi-Saat ist ausgebracht. Die neue Ausgabe ist in den Kiosken an der Vorstadt, am Löwengässchen und an der Schifflände sowie im Bücherschoch, im Bücherfass, im Lieblings und im Neustadt-Lade erhältlich. Du kannst das Magazin aber auch gleich hier Abonnieren.

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