Ausgabe 14: Mattias Greuter und Marlon Rusch über alternative Einnahmequellen für den Kanton Schaffhausen.

Nun hat es Rosmarie Widmer Gysel doch begriffen. Steuern hoch, Defizit runter. Nun ja, so einfach geht es dann doch nicht. Wo noch einmal 20 Millionen gespart werden können, soll jetzt eine private Firma herausfinden. Kostenpunkt: Eine halbe Million Franken. Der Lappi kann das günstiger: Für den Kioskpreis von 4 Franken gibt es hier Vorschläge, wie wir den Staatshaushalt wieder ins Lot bringen können, der Finanzreferentin wird der Lappi sogar gratis zugestellt.

Als erstes gehört die Paradieskampagne ersatzlos gestrichen. Bei höheren Steuern ist sie definitiv falsch ausgerichtet beziehungsweise noch nutzloser als bisher.

Die grössten Einnahmens- und Sparpotenziale liegen in den Kantonsstrukturen verborgen. Wir machen Stein am Rhein zur Kantonshauptstadt, so können wir endlich die Windler-Stiftung richtig anzapfen. Diese bringt das gesamte Defizit mit den Zinsen aus zwei Jahren zum Verschwinden. Andere Dörfer lohnen sich hingegen überhaupt nicht: Hemishofen, Beggingen und Trasadingen können wir getrost aufgeben.

Das neue Sicherheitszentrum wird überflüssig und das alte Gefängnis kann als Sandsteinbruch genutzt werden, sobald wir die Gefangenen in den Munotgraben verfrachtet haben. Dort können sie weniger leicht ausbrechen und werden erst noch von der Bevölkerung mit altem Brot gefüttert.

Das sauteure neue Spital wird nur an jedem zweiten Tag in Betrieb genommen, so dauert es doppelt so lange bis zum nächsten Neubau. Der Nagra schicken wir einen freundlichen Brief, dass sie morgen mit dem Bau des Endlagers im Südranden beginnen kann – entsprechende Finanzspritze vorausgesetzt. Der Inhalt des Museums zu Allerheiligen wird versteigert (inklusive Leihgaben).

Altersheime und Kinderkrippen legen wir zusammen: Die Alten betreuen die Jungen und umgekehrt. Auch das Amt des Kantonsarztes wird gestrichen. Seine Aufgaben nimmt künftig der Kantonstierarzt wahr.

Auch punkto Sponsoring hat Schaffhausen enormes Potenzial. Der Bock und seine goldenen Hoden sind eh langsam abgelutscht. Wieso nicht ein moderner roter Bulle in rot/blau als neues Wappentier? «Nächster Halt: Schaffhausen, sponsored by Red Bull». Auch an der Volksschule lässt sich prima Werbung verkaufen: «Diese Prüfung ist gesponsert von Ritalin» oder «Geniesse Deine Pause mit Marlboro». Redezeit im Parlament können sich die Ratsmitglieder etwas kosten lassen. Sie finden bestimmt Sponsoren, wenn sie nur die richtigen Voten halten.

Und zu guter Letzt: Norbert Neininger, Verleger des Jahres, übernimmt das Amtsblatt und macht es zu einer Erfolgspublikation mit Bezahlinhalten im Netz.

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