Thomas Leuzinger über den neuen Musiklappi und langweilige Konzertberichtli.

Die Schaffhauser Musikszene wird sträflich vernachlässigt. Nicht unbedingt von den KonzertveranstalterInnen, aber von den Medien. Mal eine Vorschau, mal ein Konzertbericht mit Föteli. Das kann nicht alles sein. Deshalb springen wir in die Bresche und legen hiermit den ersten Musiklappi vor.

Mindestens 80 Bands soll es in Schaffhausen geben, schätzt die Bandunion, welche die Anliegen der Musikschaffenden vertreten will. Es gibt aber wohl eher mehr Bands, denn die Szene wandelt sich schnell, viele MusikerInnen gründen zweite und dritte Bandprojekte und Nachwuchs rückt nach.

Produziert wird in der Region eine ganze Menge. Der Kulturbeauftragte des Kantons spricht von durchschnittlich 10 bis 15 Tonträger-Projekten pro Jahr, die der Kanton finanziell unterstütze, derjenige der Stadt Schaffhausen von 10 Projekten, wobei es zahlreiche Überschneidungen gibt. (Wer es geschickt macht, der reicht die Gesuche sowohl bei der Stadt als auch beim Kanton ein.) Und es gibt natürlich noch weitere Tonträger, die ohne finanzielle Mit­hilfe von Stadt oder Kanton produziert werden.

In den letzten Jahren hat sich in der Musikszene einiges getan. Vor zwei Jahren wurde die Bandunion gegründet, die mittlerweile rund 40 Bands repräsentiert und den Musikschaffenden eine Stimme geben soll. Ebenfalls seit zwei Jahren ist der Kanton Schaffhausen beim Bandcontest BandXost mit dabei und auch die OrganisatorInnen von «das festival» kapierten, dass auch in der Region durchaus gute Musik gemacht wird. Nachdem sie die ersten Schaffhauser Bands auf die Bühne gelassen hatten, stellten sie im vergangenen Jahr auf dem Fronwagplatz zum ersten Mal die «Startrampe» auf, eine Bühne für NewcomerInnen.

Neben jenen Bands, die rockige Musik bevorzugen, gibt es auch zahlreiche Orchester, Chöre und andere Musikgruppen, die traditionelle Musik machen. Und es gibt natürlich auch InstrumentenbauerInnen, StudiobetreiberInnen und Musikgeschäfte, die ebenfalls zu einer lebhaften Musikszene gehören.

Es ist also höchste Zeit, einen genaueren Blick auf die Schaffhauser Musikszene zu werfen. Das machen wir mit dieser Lappi-Ausgabe. Es gibt noch viel Luft nach oben, was die Inhalte betrifft, aber der Anfang ist gemacht. Wir bauen gerade ein kleines Redaktionsteam auf, das etwas von Musik versteht. Deshalb suchen wir auch nach Schreibtalenten mit Szenekenntnissen, damit wir mehr Hintergrund und Vielfalt bieten können. Melde Dich, wenn Du Interesse hast!

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