Ausgabe 16: Claudio Kuster weckt in Mattias und Marlon den kleinen Wladimir.

Putin hat unter dem Deckmantel der Demokratie die Krim annektiert. Die Welt interveniert nicht. Schaffhausen wollte seine Bürger fragen, ob sie unter Umständen vielleicht die Gemeindestrukturen irgendwie umbauen möchten. Auftritt Demokratie-Winkelried Claudio Kuster. Der Bund interveniert.

Die wachstumsgeile Stadt beisst sich am sturen Neuhausen seit Jahren die Fusionszähne aus, und über den «Anschluss» der Gemeinden darf nicht einmal hypothetisch abgestimmt werden. Es kann nur eine Konsequenz geben: Flucht nach vorn. Die Stadt muss sich Russland zum Vorbild nehmen und ihr Territorium ins Ausland vergrössern – und was liegt da näher als Büsingen?

Es wird Zeit, der Geschichtsklitterung entgegenzutreten. Die Confoederatio Helvetica gab es nie und wird es nie geben.

Jeder hat es in der Schule gelernt: Wir sind HelvetierInnen, ein stolzer Keltenstamm, und unsere Vorfahren hatten vor Jahrhunderten die Schweiz besiedelt. Schon Caesar schrieb in seinem «De Bello Gallico»: «Aus diesem Grunde übertreffen auch die Helvetier die übrigen Gallier an Tapferkeit, weil sie sich in fast täglichen Kämpfen mit den Germanen messen, indem sie entweder von ihren eigenen Grenzen sie abwehren oder selbst in deren Lande Krieg führen.»

Aber: Was ist das eigentlich für ein Quatsch, den uns die Lehrer, diese Intellektuellen, seit Jahr und Tag predigen? Wir, HelvetierInnen? Das mit der Tapferkeit mag ja gut klingen, aber wer sich mit Geschichte auskennt, der weiss, dass die HelvetierInnen ideologisch keinesfalls als unsere Vorfahren gelten können. Wir Schweizer führen jedenfalls bestimmt keinen Krieg mit germanischen Peitschenknallern, wir sind neutral. Und wer in Caesars Berichten über seinen Feldzug in Gallien weiterliest, der stösst auf erschreckende andere Stellen, die der Lappi enthüllen möchte.

Ausgabe 15: Thomas Leuzinger und Marlon Rusch über die frohe Kunde von Hannes' Wahl.

Es begab sich zu jener Zeit, dass ein Gebot von hohem Amte ausging, dass der frisch gewählte Ständeratspräsident gefeiert würde. Diese ­Feier geschah zur Zeit, da Thomasius noch für die ÖBS Statthalter in Schaffhausen war. Und der frisch gewählte Ständeratspräsident Hannes ging, dass er sich feiern liess, in seine Stadt.

Und die höchsten Räte des Bundes fuhren mit dem Extrazug zu ihm, und die Klarheit und die Roben der Weibel leuchteten um sie; und die Schaffhauser BürgerInnen fürchteten sich sehr. Und die Weibel sprachen zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Sehet, wir verkündigen euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Ständeratspräsident geboren, welcher ist Hannes der Herr, in der Stadt Bern.

Dossier: Abfall

Wo der Mensch lebt, hinterlässt er Abfall. Nun gibt es viele Möglichkeiten, wie er damit umgehen kann. Der Mensch hat sie alle ausprobiert: Im Boden verbuddeln, den Fluss abwärtstreiben lassen, abfackeln. Ausgediente Satelliten lässt er auch gerne im Weltall vor sich hin schweben und Elektroschrott entsorgt er in afrikanischen Staaten auf riesigen Müllhalden. Dort klettern wiederum die Ärmsten herum, auf der Suche nach wiederverwertbaren Überresten, um sie gewinnbringend zu verkaufen und damit die Familie durchzubringen.

Schon seit jeher war das Geschäft mit dem Müll nämlich lukrativ. Kein Wunder, kümmert sich in Italien die Mafia um den Abfall. Den Schaden hat meist zuerst die Natur, und dann der Mensch selber. So merkten die SchaffhauserInnen im Mittelalter erst, dass es unklug ist, Tierkadaver in den Rhein zu werfen, als man selber unter dem Abfall der Steiner und Diessenhofer zu leiden begann (Als tote Kühe im Rhein trieben).

Ausgabe 14: Mattias Greuter und Marlon Rusch über alternative Einnahmequellen für den Kanton Schaffhausen.

Nun hat es Rosmarie Widmer Gysel doch begriffen. Steuern hoch, Defizit runter. Nun ja, so einfach geht es dann doch nicht. Wo noch einmal 20 Millionen gespart werden können, soll jetzt eine private Firma herausfinden. Kostenpunkt: Eine halbe Million Franken. Der Lappi kann das günstiger: Für den Kioskpreis von 4 Franken gibt es hier Vorschläge, wie wir den Staatshaushalt wieder ins Lot bringen können, der Finanzreferentin wird der Lappi sogar gratis zugestellt.

Als erstes gehört die Paradieskampagne ersatzlos gestrichen. Bei höheren Steuern ist sie definitiv falsch ausgerichtet beziehungsweise noch nutzloser als bisher.

Die Jugendarbeit lädt zum Kultur­abend und keiner geht hin. Eine Analyse von Marlon Rusch.

«Belgrad meets Schaffhausen», das erfuhr ich spontan an einem Freitag Anfang Mai. Ein serbischer Kulturabend unter freiem Himmel. Zwei Konzerte, Spanferkel und serbischer Wein hatten wenig Mühe, mich zu überzeugen. Als ich um 19 Uhr im Mosergarten ankam, war aber erst einmal gar nichts los. Fünf bis zehn Gäste tummelten sich auf dem Platz. Sowohl die Männer vom Serbischen Kulturverein, die Spanferkel und Pljeskavica verkauften, als auch die Organisatoren der Jugendarbeit standen überzählig und leicht ratlos auf dem Platz.

Der serbische Burger und der weisse «Rizling» aber schmeckten gut, und die Bands, die auf dem Programm standen, liessen hoffen: Die junge Schaffhauser Formation «The Daisies» und «Šalterski Službenik» aus Belgrad sollten mit Indie die Bühne rocken. Doch auch hier passierte erstmal nichts. Als «The Daisies» um 20 Uhr die Bühne betraten, stellten die Organisatoren fest, dass der Sound noch nicht gecheckt wurde. Sie begannen zu hantieren, doch prompt bockte die behelfsmässig zusammengewürfelte Musikanlage.

Thomas Leuzinger zu den Perspektiven der neuen Bandunion.

Die Bandunion ist gegründet und die Chancen stehen gut, dass es bald mehr Übungsräume geben wird. «200 Mitglieder sind möglich», sagte Philipp Lippuner gegenüber dem Lappi. Das sind ambitionierte Ziele, aber bei 56 Anwesenden an der Gründungsversammlung und mittlerweile 80 Mitgliedern nicht unmöglich zu erreichen.

Dass eines der ersten Ziele die Schaffung von Übungsmöglichkeiten für Bands ist, das ist ein kluger Schachzug. Denn – auch politisch – wird seit mindestens zehn Jahren mehr Platz für die Bands in der Region gefordert. Thomas Feurer sprach sich damals gegen ein «verordnetes Infrastrukturangebot» aus. Gemacht wurde seitdem so gut wie gar nichts.

«Nomen non est omen» schien das Motto der diesjährigen Contempo-Förderpreisverleihung zu sein. Alles andere als zeitgemäss war nämlich der unsouveräne Auftritt des Vereins hinsichtlich der Veranstaltung.

Sehr unorganisiert wirkte zuerst einmal, dass die Bands viel zu kurzfristig über ihre Nominierung und den Ablauf des Abends informiert wurden. Am Abend selbst mutete nur Urs Fürer, Noch-Präsident des Contempo-Vereins und Moderator des Anlasses, auf der Bühne unbeholfener und nervöser an als die sonst so bühnenerprobten geladenen und erschienenen drei Bands. Hinter vorgehaltener Hand hiess es nämlich schon im Vorfeld, das Komitee werde dieses Jahr den mit 5'000 Franken dotierten Preis nicht an eine, sondern gleich an alle vier nominierten Bands verleihen. Und dies nicht etwa, weil alle Bands für ihre gleich guten Leistungen belohnt werden sollten; nein, vielmehr seien einfach alle gleich schlecht.

Neuer bauernschlauer Lappi

Der Lappi-Saat ist ausgebracht. Die neue Ausgabe ist in den Kiosken an der Vorstadt, am Löwengässchen und an der Schifflände sowie im Bücherschoch, im Bücherfass, im Lieblings und im Neustadt-Lade erhältlich. Du kannst das Magazin aber auch gleich hier Abonnieren.

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