Die Befürworter der Spitalvorlage enttarnen sich: Erstmals geben sie zu, ein «Ja» wäre ein Schritt zur Privatisierung.

Sie drängt ihn argumentativ an die Wand. Und am Ende verplappert er sich. AL-Kantonsrätin und Regierungsratskandidatin Linda De Ventura lässt EDU-Kantonsrat Erwin Sutter keinen Stich. Im heutigen «SN»-Streitgespräch zur Spitalvorlage, über die am 28. Februar abgestimmt wird, behält De Ventura klar die Oberhand. Sutter, immerhin Präsident der Gesundheitskommission und Mitglied des Pro-Komitees, gehen seinerseits die Argumente für ein «Ja» aus, weshalb er an die Adresse von De Ventura ausruft: «Ihr wollt einfach aus ideologischen Gründen jeden Schritt in Richtung mehr Selbständigkeit und Privatisierung verhindern». Die AL-Kantonsrätin nimmt den Steilpass dankend an und entgegnet: «Es freut mich, dass du sagst, es sei ein Schritt in Richtung ­Privatisierung. Es ist das erste Mal, dass jemand von eurer Seite das ­zugibt».

In unzähligen Gesprächen versuchten Befürworter der Spitalvorlage in der Vergangenheit die schleichende Privatisierung des Kantonsspitals zu vertuschen. Sie gaben ihrem Komitee sogar den Namen «Ja zum öffentlichen Spital». Ein dreister Etikettenschwindel, den Erwin Sutter nun selbst enttarnt hat.

Kommentare  

-3 #1 Erwin Sutter 2016-02-21 06:31
Ich habe nicht gesagt, dass die Eigentumsübertragung zu einer Privatisierung führe. Die Gegner sehen das so und schieben das als Argument vor. Es ist ein Schritt zu mehr Eigenständigkeit, aber auch zu mehr Eigenverantwortung, der im veränderten Spitalumfeld mit deutlich mehr Wettbewerb notwendig ist. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich insofern nichts, da das Spital zu 100% im Besitz des Kantons bleibt und nicht in private Hände kommt. Auch für das Personal ändert sich nichts, es bleibt dem kantonalen Peronalgesetz unterstellt.
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