Die Schaffhauser Jungfreisinnigen wollen die Kultur in der Stadt an die Wand fahren. Grossstadtratskandidat Alain Illi will die Kultursubventionen an die Kammgarn am liebsten komplett streichen. Er sagt heute in den «Schaffhauser Nachrichten»: «Die Kammgarn sollte privat finanziert sein».

Illi riskiert damit die Schliessung der Kammgarn, die ohne Subventionen kaum überleben kann, zumal sie ab dem nächsten Jahr 285'000 Franken an Miete an die Stadt zahlen soll. Illi ignoriert weiter, dass die Kammgarn neben ihrem kulturellen Angebot jährlich einen Umsatz von 3,3 Millionen Franken generiert und den hiesigen Getränke- und Foodlieferanten jährlich Aufträge im Umfang von fast 700'000 Franken verschafft. Zudem bucht sie jedes Jahr 200 Hotelübernachtungen und zahlt von jeder Gage für ausländische Bands 20 Prozent Quellensteuern an den Kanton. Diese Zahlen machte das Schaffhauser Kulturbündnis kürzlich publik.

Die Kammgarn wird zurzeit von Kanton und Stadt mit jährlich 160'000 Franken unterstützt.

 

Kommentare  

+1 #1 Der Kulturist 2016-11-18 15:01
vielleicht doch ein Wort zur 'privaten Kultursubventionierung':

Im alternativen Kulturbereich wird zu Löhnen gearbeitet, die in fast allen anderen Branchen unakzeptabel wären.
Der private Lohnverzicht, der im Kammgarn-Areal geleistet wird, geht wohl jährlich in die Hunderttausende. In welchem Bereich sonst arbeitet ein Leitungsteam für um die Fr. 20.- Netto? Von unbezahlten Freiwilligen-Einsätzen ganz zu schweigen.

Ist das sinnig und gerechtfertigt, dass Private diesen Beitrag leisten? Hat denn die Kultur nicht auch einen gesellschaftlichen Wert? Wie ein Park oder ein Bushäuschen?

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Kultur den Menschen vom Affen trennt - vernachlässigt man sie, riskiert man die Verrohung der Gesellschaft.
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+1 #2 Marc Modoux 2016-11-18 18:29
Von einer Partei die gebetsmühlenartig immer nur Steuerreduktion schreit, ist leider nicht viel anderes zu erwarten. Wenn man immer nur das eigene Geld zählt und verbissen an deren Vermehrung arbeitet, hat man eben auch keine Zeit, Kultur in ihren zahlreichen Variationen zu erleben und zu geniessen. Hoffentlich werden Illi und seine Freunde irgendwann einsehen, wie armselig ein Leben ohne kulturelle Veranstaltungen ist. Das wird auch ein gutgefüllter Safe nicht aufwiegen können. Selbst die Opernhäuser dieser Welt (als Kulturtempel der "eher Gutsituierten") kommen nicht ohne Subventionen aus.
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