Die Befürworter der Spitalvorlage enttarnen sich: Erstmals geben sie zu, ein «Ja» wäre ein Schritt zur Privatisierung.

Sie drängt ihn argumentativ an die Wand. Und am Ende verplappert er sich. AL-Kantonsrätin und Regierungsratskandidatin Linda De Ventura lässt EDU-Kantonsrat Erwin Sutter keinen Stich. Im heutigen «SN»-Streitgespräch zur Spitalvorlage, über die am 28. Februar abgestimmt wird, behält De Ventura klar die Oberhand. Sutter, immerhin Präsident der Gesundheitskommission und Mitglied des Pro-Komitees, gehen seinerseits die Argumente für ein «Ja» aus, weshalb er an die Adresse von De Ventura ausruft: «Ihr wollt einfach aus ideologischen Gründen jeden Schritt in Richtung mehr Selbständigkeit und Privatisierung verhindern». Die AL-Kantonsrätin nimmt den Steilpass dankend an und entgegnet: «Es freut mich, dass du sagst, es sei ein Schritt in Richtung ­Privatisierung. Es ist das erste Mal, dass jemand von eurer Seite das ­zugibt».

Die AL schickt Linda De Ventura und Susi Stühlinger ins Rennen um die fünf Regierungsratssitze.

Linda De Ventura (rechts im Bild, Jahrgang 1986) arbeitet als Sozialarbeiterin auf der Schaffhauser Jugendanwaltschaft und vertritt die AL seit einem Jahr im Kantonsrat. In der Gesundheitskommission kämpfte sie alleine gegen den Verkauf des Kantonsspitals – und bewirkte mit der Drohung eines Referendums die Volksabstimmung vom 28. Februar.

Im Zusammenhang mit der Räumung der Hanfplantage in Löhningen hat die Schaffhauser Polizei die Wohnungstür einer unschuldigen Drittperson aufgebrochen.

1'200 Hanfpflanzen und knapp sechs Kilo Marihuana hat die Schaffhauser Polizei am Montag in Löhningen sichergestellt. Zwei verdächtige Männer im Alter von 41 und 42 Jahren wurden noch am gleichen Tag in Untersuchungshaft genommen.

Brisant ist: Die Schaffhauser Polizei enttarnt selber, wer die mutmasslichen Täter sind. In ihrer offiziellen Medienmitteilung schreibt die Polizei, dass sie im Zusammenhang mit der Hanfplantage «eine Hausdurchsuchung in einem Lokal in der Neustadt in Schaffhausen» durchgeführt hat. Wie viele Lokale, die von zwei Männern um die 40 Jahre geführt werden, gibt es in der Schaffhauser Neustadt? Genau eins. Die Neustadtbar, die erst vor rund einem halben Jahr eröffnete.

Für den Schaffhauser Regierungsrat sind tiefere Steuern wichtiger als ein gutes Bildungsangebot für Schaffhauser Kinder.

Der Schaffhauser Regierungsrat hält an seinem Vorhaben fest, in Zukunft 14 Lektionen in Primar- und Sekundarschule zu streichen. Über alle neun obligatorischen Schuljahre betrachtet, bedeutet dies fünf Prozent weniger Unterricht für Schaffhauser Kinder. Oder: Schaffhauser SchülerInnen werden damit künftig ein halbes Schuljahr weniger Unterricht haben.

Die Schaffhauser Kulturszene will Widerstand gegen die verweigerten Kultursubventionen leisten.

Es war eine bunt zusammengewürfelte Truppe. Rund 50 Personen – von Musikern wie Tom Krailing und Min King-Sänger Philipp Albrecht über Vertreter von Haberhaus, Kammgarn, Vebikus und Taptab bis zu Politikern wie Katrin Bernath (GLP) und Andi Kunz (AL) – haben sich gestern Abend im Taptab versammelt. Einig in einem Punkt: Der Entscheid des Stadtparlaments, den vier Kulturstätten Haberhaus, Kammgarn, Vebikus und Taptab vom Stadtrat vereinbarte Kultursubventionen im Umfang von 53'000 Franken zu verweigern, sei ein Fehlentscheid. Die vier Kulturstätten würden einen wichtigen Beitrag für das Kulturleben in der Stadt Schaffhausen leisten.

Die SP Schaffhausen hat am Samstag ohne Gegenstimme bei vier Enthaltungen die Ja-Parole für die Revision des Spitalgesetzes beschlossen. Damit stimmt sie der Abgabe des Landes und dem Verkauf der Liegenschaften des Kantonsspitals zu. Neue Eigentümerin sollen die «Spitäler Schaffhausen» werden.

Mit der Abstimmung soll in erster Linie der Neubau aufgegleist werden, und zwar möglichst ohne Widerstand aus Bevölkerung und Politik. Statt den Schaffhauser StimmbürgerInnen und den demokratischen Instanzen soll ein fünfköpfiger Spitalrat über die Summe von 240 Millionen Franken, die für den Neubau benötigt werden, bestimmen können.

Der Journalist Kevin Brühlmann ist mit dem Schaffhauser Pressepreis 2015 ausgezeichnet worden. Der Preis wird jedes Jahr vom Schaffhauser Presseverein vergeben und ist mit 500 Franken dotiert. Brühlmann arbeitet seit 2012 bei der «schaffhauser az» und seit 2013 beim Magazin «Lappi» mit. An der diesjährigen Generalversammlung ist er zum Präsidenten des «Lappi»-Herausgebervereins La Media gewählt worden.

Sandro Stoll, der Präsident des Pressevereins, lobte Brühlmann in seiner Laudatio für den «fantasievollen Umgang mit der Sprache», die «hartnäckigen Recherchen» und die «hervorragenden Interviews». Für ihn war ausserdem klar, dass aufgrund der guten Artikel in letzter Zeit ein Journalist der «az» den Preis erhalten müsse. Knapp geschlagen geben musste sich Mattias Greuter, der ebenfalls bei der «az» und dem «Lappi» arbeitet und vor Brühlmann das Präsidiums des Vereins La Media inne hatte.

«Ich frage mich, was wohl meine Deutschlehrerin, die meine Aufsätze immer eher schlecht bewertete, von der Auszeichnung hält», sagte Brühlmann, der über die Ehrung überrascht war, dem Lappi. Und er fand auch kritische Worte. «Ich hoffe, dass sich der Vorstand des Pressevereins, der abgesehen von Bea Hauser aus Meier-Verlags-Mitarbeitern besteht, sich tatsächlich über frischen Wind in der Presselandschaft freut. Die az und der Lappi werden ja bekanntlich von anderen Verlagen publiziert und der Meierverlag ist dafür bekannt, andere Verlage aufzukaufen und zum Verschwinden zu bringen.»

Neuer bauernschlauer Lappi

Der Lappi-Saat ist ausgebracht. Die neue Ausgabe ist in den Kiosken an der Vorstadt, am Löwengässchen und an der Schifflände sowie im Bücherschoch, im Bücherfass, im Lieblings und im Neustadt-Lade erhältlich. Du kannst das Magazin aber auch gleich hier Abonnieren.

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