• «Schlag mich mit dem Rübenstück»

    Guz ist wieder auf Tour – dieses mal ohne die «Averells». Auf seiner Soloplatte zeigt er sich einmal mehr wunderbar absurd.

    Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung seines letztes Albums «Mein Name ist GUZ» (Trikont/Richie) ins Land gezogen. Fünf Jahre, während derer Olifr Maurmann einen Herzinfarkt überlebte, vier Platten und fünf Tourneen mit den Aeronauten, der Zukunft und den Zorros sowie einen Berg an Produzentenjobs für Stahlberger, King Pepe, Nadja Zela, The Peacocks, Baby Jail oder Tom Krailing im Star Track Studio stemmte – und es darüber hinaus auch noch schaffte, sich als Solo-Musiker neu zu erfinden.

    Seit Herbst letzten Jahres ist GUZ wieder auf Tour, ohne seine Backing-Band The Averells, bespielt alleine mit Gitarren und Beat-Geräten die Kleinbühnen von St. Gallen bis Bern. Er tut es mit altem Witz und neuem Material, wovon es zwölf Stücke auf seinen mittlerweile achten, im Alleingang produzierten Tonträger «GUZ: Der beste Freund des Menschen» (Richie/Rookie) geschafft haben.

    Die Platte wird ab dem 8. November käuflich zu erwerben sein, und beginnt dort, wo das Aeronauten-Doppelalbum «Too Big To Fail» aufgehört hat – mit einem Instrumentalstück. Kesselpauke, Shaker und Gitarre bereiten den Boden für eine triumphale Trompete: «General GUZ befreit Pyongyang». Und Ennio Morricone reitet mit.

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  • «Verfaulte Geschichten», 21. November 2010 – 2. August 2013


    In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem plötzlich verstorbenen Partner und Freund

    «Verfaulte Geschichten»

    21. November 2010  –  2. August 2013

    Die Quelle der «Verfaulten Geschichten» ist versiegt. Die Lappi-Redaktion hat das Ende mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen und möchte dem Aufwand, den die «VG»-Autoren Christian Erne und Jürg Odermatt geleistet haben, Respekt zollen.

    Die Autoren haben ein Blog auf die Beine gestellt, wie man es sich wünscht. Mit Bild, Ton und vor allem ätzend-bissigen Geschichten und Kommentaren, die man sonst in der Region nicht serviert bekommt. In den USA hätte sich die Huffington Post das Blog längst unter den Nagel gerissen, in Schaffhausen endet es mit einer einfachen Mitteilung: «Verfaulte Geschichten» († 2. August 2013).

    Sie nahmen es mit allen auf: Mit dem «Bock», den «Schaffhauser Nachrichten» und der «schaffhauser az». Mehr noch, die Presse sah sich genötigt, sich mit den «Verfaulten Geschichten» anzulegen. Weil ihnen der direkte Stil nicht passte, weil ihnen der Biss fehlte, um den sie «VG» beneideten. Und weil es ihnen Angst machte, dass da einer im Internet schreiben darf, was er will, ohne einen Chefredaktor im Nacken zu haben, den man kennt und notfalls anrufen kann, um weitere unliebsame Artikel zu verhindern. Gerade deshalb war das Blog eine grosse Bereicherung. Eine andere Sichtweise, die Anstoss zum Nachdenken gab – nicht selten mit dem Vorschlaghammer.

    Nun also ist es vorbei, und doch fault es herrlich weiter. Die «Andere Schaffhauser Musik­geschichte», die Repliken auf die «Schaffhauser Nachrichten», die Reportagen. Sie alle sind noch immer einen Besuch auf der Webseite www.verfaultegeschichten.ch wert.

    Mögen sie in Frieden weiterfaulen.


    Die Abdankung findet im engsten Familienkreise statt. Nebst Kondolenzkommentaren auf der Webseite bitten wir Sie im Interesse des Verblichenen, dem Lappi, PC 85-793016-9, zu gedenken.

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  • Die Kids können es besser

    Die Jugendarbeit lädt zum Kultur­abend und keiner geht hin. Eine Analyse von Marlon Rusch.

    «Belgrad meets Schaffhausen», das erfuhr ich spontan an einem Freitag Anfang Mai. Ein serbischer Kulturabend unter freiem Himmel. Zwei Konzerte, Spanferkel und serbischer Wein hatten wenig Mühe, mich zu überzeugen. Als ich um 19 Uhr im Mosergarten ankam, war aber erst einmal gar nichts los. Fünf bis zehn Gäste tummelten sich auf dem Platz. Sowohl die Männer vom Serbischen Kulturverein, die Spanferkel und Pljeskavica verkauften, als auch die Organisatoren der Jugendarbeit standen überzählig und leicht ratlos auf dem Platz.

    Der serbische Burger und der weisse «Rizling» aber schmeckten gut, und die Bands, die auf dem Programm standen, liessen hoffen: Die junge Schaffhauser Formation «The Daisies» und «Šalterski Službenik» aus Belgrad sollten mit Indie die Bühne rocken. Doch auch hier passierte erstmal nichts. Als «The Daisies» um 20 Uhr die Bühne betraten, stellten die Organisatoren fest, dass der Sound noch nicht gecheckt wurde. Sie begannen zu hantieren, doch prompt bockte die behelfsmässig zusammengewürfelte Musikanlage.

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  • Bands: Beschallt Urs Hunziker!

    Thomas Leuzinger zu den Perspektiven der neuen Bandunion.

    Die Bandunion ist gegründet und die Chancen stehen gut, dass es bald mehr Übungsräume geben wird. «200 Mitglieder sind möglich», sagte Philipp Lippuner gegenüber dem Lappi. Das sind ambitionierte Ziele, aber bei 56 Anwesenden an der Gründungsversammlung und mittlerweile 80 Mitgliedern nicht unmöglich zu erreichen.

    Dass eines der ersten Ziele die Schaffung von Übungsmöglichkeiten für Bands ist, das ist ein kluger Schachzug. Denn – auch politisch – wird seit mindestens zehn Jahren mehr Platz für die Bands in der Region gefordert. Thomas Feurer sprach sich damals gegen ein «verordnetes Infrastrukturangebot» aus. Gemacht wurde seitdem so gut wie gar nichts.

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  • Eine Stimme für viele Bands

    Ein neuer Verein soll die Anliegen der Schaffhauser Bandlandschaft vertreten. Damit wollen die Initianten den Mangel an Bandräumen bekämpfen, aber nicht nur.

    Sommer 2012: Die Bürgin Winzeler und Partner AG hat den Bands, die in ihrem Gebäudekomplex in den Gruben eingemietet sind, einmal mehr die Kündigung angedroht. Müllsäcke würden in den Gängen stehen, so die offizielle Begründung. Das ewige Tauziehen zehrt schon lange an den Nerven der Betroffenen, doch jetzt wird es den rund 30 Musikraum­mieterInnen zu viel. Sie besprechen sich und beschliessen, sich einer Waffe zu bedienen, die schon viel zu lange schlummert: des «Vereins zur Förderung der Kellermusik».

    Dieser Verein wurde Anfang 1992 mit dem formellen Zweck der «Förderung und Organisation von Übungsräumlichkeiten für Musiker/innen und Orchester (Musikgruppen)» gegründet. Die Initiative wurde damals in erster Linie ergriffen, um für Übungsräume im umgebauten Kammgarnareal zu kämpfen. Als die Bands 1997 wieder aus der Kammgarn ausziehen mussten, half der Verein, geeigneten Ersatz zu finden. Danach verschwand er nach und nach in der Versenkung.

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  • Peinliche Vorstellung

    «Nomen non est omen» schien das Motto der diesjährigen Contempo-Förderpreisverleihung zu sein. Alles andere als zeitgemäss war nämlich der unsouveräne Auftritt des Vereins hinsichtlich der Veranstaltung.

    Sehr unorganisiert wirkte zuerst einmal, dass die Bands viel zu kurzfristig über ihre Nominierung und den Ablauf des Abends informiert wurden. Am Abend selbst mutete nur Urs Fürer, Noch-Präsident des Contempo-Vereins und Moderator des Anlasses, auf der Bühne unbeholfener und nervöser an als die sonst so bühnenerprobten geladenen und erschienenen drei Bands. Hinter vorgehaltener Hand hiess es nämlich schon im Vorfeld, das Komitee werde dieses Jahr den mit 5'000 Franken dotierten Preis nicht an eine, sondern gleich an alle vier nominierten Bands verleihen. Und dies nicht etwa, weil alle Bands für ihre gleich guten Leistungen belohnt werden sollten; nein, vielmehr seien einfach alle gleich schlecht.

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  • The fastest working band

    Musikverhör

    Am 16. Juni tauften «Die Zorros» ihr zweites Album «Future» im Berner Café Kairo. Gisela Feuz vom Kulturblog des «Bunds» war dabei und verlieh dem Gig das «Gütesiegel Extraschlecht». «Die Zorros» haben es sich verdient. Wie ihr Namensgeber, der geheimnisvolle Rächer in Schwarz, verstehen es Patrick Abt, Beat-Man und Olifr M. Guz nämlich durchaus, eine feine Klinge zu führen, doch sie bearbeiten die Feinde des schlechten Geschmacks lieber mit dem Knüppel.

    Wenn Beat-Man auf das Schlagzeug eindrischt, Guz dem Keyboard kosmische Sounds entlockt, Abt dazu Gitarre spielt – und alle, alle singen –, gibt es kein Erbarmen. Das gilt auf der Bühne wie im Studio. Wie wir uns die Arbeit an den siebzehn Stücken für «Future» im Schaffhauser Star Track-Studiokombinat vorstellen müssen, beschreiben «Die Zorros» auf ihrer Homepage, in bestem Swinglish:

    Going straight into the studio with only skelets of ideas in the heads of songs or cover versions, then push the recording bottom... that means... 10 minutes working quick at the structure of the song idea and then record it (Olifr.M.Guz recorded everything, running from the organ to the recording desk and Back)... if the song at the end is 2 minutes, they worked 12 minutes on writing and recording... with one word DIE ZORROS ARE THE FASTEST WORKING BAND IN THE WHOLE GALAXIE.

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  • Nach den Piraten kam Rasa

    Turbulent verliefen die ersten Wochen von Radio Rasa. Dank dem Engagement von vielen Freiwilligen gibt es den einzigen unabhängigen Schaffhauser Radiosender heute noch.

    Wenn die Polizei kam, spielten sie ein Liebespaar. Oder sie fanden den Schlüssel für den Kofferraum nicht. Darin verstaut war die kleine Sendeanlage, mit der sie ihren Privatsender betrieben. Vom Schaaren oder vom Reiat aus sendeten sie über jene Frequenzen, die dazumal vom Militär benutzt wurden. Die Polizei war deswegen darauf erpicht, den illegalen Piratensendern die Antennen zu stutzen. Das war in den 70er und 80er Jahren.

    Erst Anfang der 90er Jahre wurden diese Frequenzen für private Radiosender frei. In Schaffhausen interessierten sich mehrere Gruppen für die einzige freiwerdende Frequenz. Darunter vier Leute, die den Beginn von Radio Rasa einläuteten, dem unabhängigen Radiosender im Kanton Schaffhausen.

    Jaqueline Brauchli, Nik Brauchli, Manuela Bührer und Manfred Müller gründeten den Verein zur Förderung eines freien Radios (FRAS) und organisierten im November 1993 einen einmonatigen Sendungsbetrieb auf Probe. Die Bewilligung für den Probebetrieb erhielten sie, nachdem sie auf der Strasse Unterschriften dafür gesammelt hatten. Die Antenne wurde damals auf dem Schwesternhaus an der Spital­strasse in­stalliert, wo sie noch heute steht. Das Studio befand sich im Jugendhaus an der Webergasse (siehe Bild mit Manuela Bührer).

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