Experten sprechen von einer neuen Angsterkrankung: Die Timorcampagna-Phobie betrifft immer mehr Menschen, die sich wegen zahlreicher Angstkampagnen kaum mehr aus dem Haus trauen.

Vor siebenhundert Jahren kam es zur ersten Schlacht zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern. Morgarten hatte lange Zeit, um zum Gründungsmythos zu reifen.

Dieses Jahr feiert Helvetia einiges. 1815 wurden die Grenzen neu gezogen, 1515 blutete die Eidgenossenschaft in Marignano, 1415 eroberte man den Aargau, und 1315 – vor 700 Jahren – fielen zwölf tapfere Schwyzer und Zuger in der Morgartenschlacht. Eine Handvoll Bauern, so die Legende, raffte 2000 Reiter aus dem Hause Habsburg dahin.

Ein Insider hat dem Lappi einen Mitschnitt der Geheimkonferenz des Komitees gegen die Energiewende zugespielt. Wir haben die Diskussion für dich transkribiert.

Die Elite der bürgerlichen Parteien Schaffhausens hat sich fernab der Öffentlichkeit in die hinterste Ecke des Kesslerlochs verkrochen, denn die Zeiten sind hart. Nichts Geringeres als die Energiewende gilt es zu verhindern. Diese soll am 8. März mit der Abstimmung über erste Massnahmen eingeleitet werden. Dass sie sich in eine kalte Höhle zurückgezogen haben, hat seinen Grund: es soll ein Mahnmal darstellen für die widrigen Lebensumstände, die sie bei der Annahme der Vorlage erwarten würden.

Die Welt ist eine andere seit dem 10. Januar. Eine Schülerin hat mit einem Tweet das Bildungssystem aller Länder wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen, weil sie sich über ihre Schule beschwerte. Auch in Schaffhausen brodelt es. Sofort, nach fünf Tagen, schnappten die Radio-Munot-RedaktorInnen den Tweet auf und wagten sich an eine investigative Reportage in den Schaffhauser Bildungskreisen.

Die Ergebnisse erschüttern: Ein Schüler bemerkte auf Nachfrage von Radio Munot, dass er bald 18 Jahre alt werden würde und noch keine Ahnung habe, wie er die Steuererklärung ausfüllen soll. Auch andere SchülerInnen sollen – wie sie selbst öffentlich behaupten – nicht wissen, wie beispielsweise ein Mietvertrag aussieht, obwohl sie vielleicht in einigen Jahren eine eigene Wohnung haben würden, berichtet das Investigativ-Radio.

Schafhausen im Berner Emmental hat zwar ein F weniger, dafür aber währschaftes Essen, ein noch währschafteres Asylanten-Problem und gratis Likör-Shots.

Diese drei Schafe halten den Namen der Gemeinde Schafhausen i. E. hoch – und haben erst noch keine goldenen hoden.

Es sieht aus wie ein Schreibfehler, wenn im Zug auf der Anzeige das Wort «Schafhausen» eingeblendet wird. Erreichbar via Bern, nur grob drei Stunden entfernt von seiner grossen Schwester mit den zwei F. Auf dieses Detail kann es durchaus ankommen, wie unwissende TouristInnen regelmässig am eigenen Leib erfahren. Nicht selten kommt es vor, dass sie den weiten Weg ins Berner Emmental auf sich nehmen, um auf der Suche nach dem Rheinfall auszusteigen – und dort zwar passenderweise Schafe, aber keinen Munot vorfinden. «Wir erkennen die Verirrten jeweils daran, dass sie etwas verloren gen Bach wandern, auf der Suche nach dem Rheinfall», erzählt eine Schafhauserin.

Seit den letzten Abstimmungen erhalten in Schaffhausen junge StimmbürgerInnen spezifisch auf sie abgestimmte Abstimmungsinformationen, genannt «easyvote» (dt.: «einfachwählen»). Ungerecht, finden wir, und präsentieren die Lappi-Abstimmungshilfe für über 80-Jährige.

 

Auf der Suche nach Gentrifizierungs-Inspiration reiste der Lappi ins Wallis. Fündig wurde er in der einst ärmsten Gemeinde der Schweiz.

Die einigermassen prächtige, dreigeteilte villa des dorfmäzens im gewagten Chalet-Stil besitzt einen unterirdischen Verbindungsgang. Zu beachten ist auch der angespitzte Zaun – ein Schutz vor neugierigem Pöbel?

Alpen-Favela, Gommer Ghetto, Banlieue Valoise: Das 74-Seelen-Kaff Blitzingen im Goms ist mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 16’055 Franken gemäss Daten aus dem Jahr 2010, den aktuellsten Zahlen der eidgenössischen Steuerverwaltung, die ärmste Gemeinde der Schweiz.

Der Lappi geht auf Tuchfühlung mit der Goa-Kultur – eine Art von Bewusstseinserweiterung.

Mit dem Velo machen wir uns an einem sonnigen Samstagnachmittag auf, unseren Horizont zu erweitern. Das Goa-Openair steigt auf einem abgelegenen Landstrich unweit von Schaffhausen. Als uns nach rund 20-minütiger Fahrt allmählich das Wummern des Basses ans Ohr dringt, zeichnet sich in der Ferne bereits das Festivalgelände ab.

Eisenschranken mit Sichtschutz umgeben es wie eine Festung, in der Höhe flattern bunte Fahnen. Der Gedanke an eine Burg bleibt bestehen, als wir uns vom Sattel geschwungen und die Kasse passiert haben: Eine Art futuristischer Mittelaltermarkt tut sich vor uns auf.