• Erde an Planet Heinz

    Stimmungsvolle Instrumentals, ein Hauch alte Schule, Disco und The Sexiest Coverboy Alive – die neue Scheibe der Aeronauten.

    «Heinz» erschien im oktober als CD und auf Vinyl bei Rookie Records. Ex-Aeronauten Bassist Hipp Mathis hat aus 30 Jahren Archivmaterial und Interviews einen einstündigen Dok über die Band zusammengestellt.

    «Heinz handelt von aufregenden Normalen und von den normalen Aufregern. Die Gegend zwischen Zürich und Bern nennt man ‹Mittelland› und die grösste Sünde ist es dort, irgendetwas zu übertreiben. Trotzdem ist dieses Mittelland bevölkert mit Heinzen, Erichs und Herr Bärs. Und damit man nicht selber verrückt wird, spielt am Samstag irgendwo Ottos kleine Hardcore Band. Am Ende ist jeder aber doch nur eine Insel. Und dann dockt Kampfstern Galactica an, Die Aeronauten steigen aus und retten die Welt. Vielleicht sogar dich. – Schaffhausen ist überall.» Die Aeronauten.

    Auf die Frage, ob sie denn neuerdings barfuss auftreten, kommt lautes Gelächter. Schmunzelnd teilt die Band mit: «Ja! Und wir rasieren uns auch nicht mehr und spielen Solis auf dem Geländer. Statt einer Vorband gibt es Kicker Turniere. Alles Quatsch!», meint Olifr.

    Die neue Scheibe der Aeronauten kommt standesgemäss daher. Das Album sei ein Denkmal und den Stadtoriginalen gewidmet, ohne die Schaffhausen nicht die Stadt wäre, die sie ist. Jeder dieser «Freaks» hat eine eigene Zeile. Es sei falsch zu sagen, Menschen wie Erich Schlatter seien anders als wir. Denn die Grenzen zu Ihnen seien besonders schmal. Ob sich Olifr zu diesen Leuten zählt? «Ja, nächstens!», antwortet der Texter. Er zähle sich schon zu den eher Komischen.

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  • Neben Wiesmanns Spuren

    Der Schaffhauser Mundart-Troubadour Christoph Bürgin veröffentlicht sein erstes Solo-Album. Für ihn ist Dieter Wiesmann «dä Scheff».

    Trotz seiner gemütlichen Zurückhaltung: Christoph Bürgin ist ein kerniger Typ, fast zu freundlich für diese Welt, aber kernig. Er mag: urchige Schaffhauser Mundart, Folkmusik, Country, eine Prise Jazz und Blues; Anekdoten, von uralt bis nur alt, und neue Geschichten. Und er liebt es, diese Stories selbst zu erzählen – in selbigem Dialekt und umrahmt von selbiger Musik.

    58 Jahre alt musste Bürgin werden, um das zu tun. Nun veröffentlicht der Musiker sein erstes Soloalbum, «Chömmer so lo» heisst es, elf Mundartlieder sind drauf, und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Scheibe, «miini Chischte», nennt Bürgin sie, kann durchaus so belassen werden, wie sie ist.

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  • Der furiose Massenmarder

    Ein hartes Gitarrenintro, ein Übergang auf den Drums und dann... Mundart-Gesang? Ein eher ungewöhnlicher Aspekt im Hardcore-Genre. Jærven, das sind die fünf Jungs Raendl, Lars, Bryan, Mario und Phil. Benannt nach dem dänischem Wort für Vielfrass, bringen sie Anfang 2015 ihre erste EP heraus.

    Die sechs Stücke umfassende EP startet mit dem schweizerdeutschen Song «Brätter» schon ziemlich deftig. Hardcore mit Sludge-Einflüssen, schön schleppend, dann wieder Vollgas mit verzerrten Gitarrenriffs.

    Im gleichen Stil geht es weiter mit dem zweiten Song «Reason of Math». Dieser erinnert stark an die britische Hardcore-Band Egos At The Door.

    Der dritte Song fesselt zu Beginn mit einem einnehmenden Intro, driftet danach eher in die Mittelmässigkeit ab und geht in der sonst gelungenen Platte ein wenig unter.

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  • Eine Werkschau aus Schaffhausen

    Die Bandunion legt eine CD mit 15 Bands vor. Sie bietet Kostproben aus einem breiten Spektrum der Schaffhauser Musikszene. Das Projekt hat Potenzial.

    In anderen Kultursparten gibt es dies schon lange, nun erhalten auch die Bands in Schaffhausen ihre Werkschau. Die Bandunion hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Sampler mit 15 Tracks von Schaffhauser Bands veröffentlicht, der nun im Januar erschienen ist und diesem Lappi beiliegt. Von Punk über Pop und Rock’n’Roll bis Metal ist alles dabei.

    Der Sampler soll zum einen Werbung für die Bands sein, erzählt der Bandunion-Präsident Marijan Prstec. «Wir hoffen, dass die eine oder andere Band durch diese Werkschau auf sich aufmerksam machen kann und eine Chance erhält, auch anderweitig auftreten zu können», sagt er. «Gewisse Leute werden von der Vielfalt überrascht sein.»

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  • «Tonträger-Finanzierung ist nur eine Schiene»

    Die Kulturförderstellen von Stadt und Kanton Schaffhausen verteilen lieber kleinere Beiträge an eine grössere Anzahl Bands als umgekehrt. Das kommt in der Musikszene gut an.

    Stadt und Kanton unterstützen jedes Jahr zahlreiche Schaffhauser Musikschaffende mit finanziellen Beiträgen. Kritik an der Kulturförderung sucht man in der Musikszene vergeblich, doch die Kulturförderer sind selbstkritisch und wollen ihr Angebot weiter verbessern. Sie hoffen auch darauf, dass die Bandunion in Sachen Musikförderung für neue Projekte und Angebote sorgen wird.

    Denn für sie sei es nicht einfach, den Überblick über die Musikszene in Schaffhausen zu behalten, erzählen Jens Lampater, Leiter der städtischen Kulturförderung, und Roland E. Hofer, Leiter der kantonalen Kulturförderung, im Gespräch mit dem Lappi.

    «Die Szene ist schnelllebig und dadurch natürlich schwer durchschaubar, wenn man nicht selbst aktiv involviert ist», sagt Lampater. Hofer ist derselben Meinung: «Es ist eine hochgradig flexible Szene, die sich immer wieder neu konstituiert. Viele Aktivitäten sind vom Engagement einzelner Personen abhängig.»

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  • Die Macht des Pinguins

    Seit Anbeginn der Zeit gibt es nur eine wahre Party-Location im Winter. Sie ist hip und gruslig, die Eisdisco der KSS.

    Wenn die Zamboni kommt, ruft der glühwein.

    Die Scheinwerfer kündigen schon von weitem an, dass auf der Breite der Eisbär steppt. Je näher man der KSS kommt, desto stärker vibrieren die Schneeflocken in der Luft. Dann gerät auch die spektakuläre Lichtshow ins Blickfeld. Die Teenies drehen ihre Runden auf dem Eis, der Bass wummert. Die Eisdisco der KSS ist wohl die älteste und erfolgreichste Party-Reihe in der Schaffhauser Disco-Szene. Ein Muss für alle PartygängerInnen. Wir wagen es nach langer Eispause wieder aufs Feld.

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  • Kein Kommando-Vollsaufen-Punk

    Die Schweizer Punk-Rock-Szene ist übersichtlich, aber vielfältig. Die Kontakte sind schnell übers ganze Land verteilt, so entstehen auch Bands wie Shitface.

    Die Schweizer Punk-Rock-Szene ist in den meisten Städten verwurzelt. Sie ist klein aber fein. Genf hat die Usine, Basel das Hirscheneck, Luzern den Sedel und Winterthur die Gisi. Doch die grösste Szene gibt es in Zürich, das mit dem Dynamo, dem Klubi und der Hafenkneipe über mehrere Punk-Rock-Lokale verfügt und wo es die meisten Konzerte gibt. In diesem Jahr wird in der Limmatstadt zum ersten Mal das «Obenuse Fest» stattfinden, das mit über 20 Bands in vier Klubs stattfinden soll.

    «In der Schweiz ist die Punkszene relativ überschaubar und zu klein, dass sie regional funktionieren würde», sagt Remo Furger. Das gilt auch für die Schaffhauser Band Shitface, für die Remo singt und als Bassist in die Saiten greift. Mit zur Band gehören auch der Schaffhauser Mike Saxer und Johann Waldvogel aus Sargans. «Man kennt sich sehr schnell in der Szene», sagt Remo. Mike spielte früher Schlagzeug bei der Schaffhauser Hardcore Band Fall Apart, Johann schwang die Gitarre bei der Straight-Edge-Kombo Unveil aus dem Rheintal und Remo Furger spielt noch heute bei Plain Zest.

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  • Viel Musik, wenig Moneten

    Es braucht einiges, um von der Musik leben zu können. Marco Clerc ist umtriebig und macht neben Studiojobs und seinem Solo-Projekt in verschiedenen Bands mit.

    Marco Clerc spielt mit Lea Lu, hat ein Solo-Projekt am Laufen, spielt bei der Ska-Punk Band «The Slobbers», hat Studiojobs und spielt auf Anfrage alles, von Jazz bis hin zu Chormusik. Trotz der zahlreichen Engagements ist es für den 31-Jährigen finanziell eng, weshalb er sich seine Leidenschaft mit einem Teilzeitjob im Kinepolis absichert. «Die Einnahmen schwanken, je nachdem, wie viele Engagements ich habe», sagt Marco. «Ich weiss nicht, ob ich in Zukunft jemals ganz von der Musik leben kann.» Das hält ihn aber nicht davon ab, zahlreiche Musikprojekte zu verfolgen.

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